ELTERN
07/03/2018 12:09 CET | Aktualisiert 07/03/2018 13:06 CET

Sie ahnte nichts: Jugendliche nimmt 1,5 Kilo zu – kurz darauf wird sie Mutter

Dahinter steckt ein besonderes Phänomen.

  • Die Britin Charlotte Thomson hatte ihre Periode regelmäßig und kaum zugenommen, als sie wegen Bauchschmerzen ins Krankenhaus kam
  • Kurz darauf kam ihre Tochter zur Welt 

Charlotte Thomson war eine gewöhnliche 19-Jährige aus Newcastle. Sie ging gern auf Partys, trank gern Alkohol und trug enge Kleider. 

Bis sie eines Nachts aufwachte, weil sie furchtbare Bauchschmerzen hatte. Sofort eilte sie ins Krankenhaus, wo ihr die Ärzte sagten, dass sie Wehen habe. Drei Stunden später brachte sie ihre Tochter Molly auf die Welt

Das erzählte Thomson jetzt, rund zwei Jahre später, dem britischen Online-Portal “Metro”.

► “Mein Bauch war komplett flach und ich hatte meine Periode regelmäßig, also war ich schockiert, als ich das herausgefunden habe”, sagt die Kinderpflegerin. 

“Ich habe bis zur Geburt nicht geglaubt, dass ich schwanger bin.”

Der Schmerz wurde immer schlimmer

Im Monat vor der Geburt habe sie bemerkt, dass sie drei Pfund (1,5 Kilo) zugenommen habe und müder war als sonst. Sie habe sich aber nicht viel dabei gedacht, schließlich habe sie weiterhin in ihre Klamotten gepasst. Die Müdigkeit erklärte sich die 19-Jährige damit, dass sie abends viel ausging.

Das war im November 2015. Einen Monat später sei sie um 2:30 Uhr nachts mit furchtbaren Schmerzen aufgewacht und habe erst einmal eine Paracetamol-Tablette genommen. Doch der Schmerz ging nicht vorbei – er wurde sogar schlimmer. Eine Stunde später habe sie gesehen, dass ihre Unterhose voller Blut gewesen sei. Da ihre Periode gerade vorbei war, habe sie große Angst gehabt und sich ein Taxi zum Krankenhaus genommen. 

Dort habe ihr der Arzt dann gesagt, sie müsse mit einer Hebamme sprechen. Doch Thomson wollte immer noch nicht glauben, dass sie schwanger war. Sie sagte dem Arzt sogar, dass er falsch liegen müsse.

► Denn es habe keinerlei Anzeichen für eine Schwangerschaft gegeben.

“Mein Bauch war komplett flach”

Nachdem die Hebamme eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt hatte, gab es keine Zweifel mehr: Thomson war schwanger – und sollte schon bald eine Tochter auf die Welt bringen. 

“Ich konnte es nicht glauben, denn mein Bauch war komplett flach”, sagt Thomson.

Sie habe Panik gehabt, weil sie überhaupt nicht auf das Baby vorbereitet gewesen sei. Außerdem habe sie sich gesorgt, was ihre Eltern wohl sagen würden. Noch vor der Geburt habe die Hebamme die Eltern angerufen und ihnen von der Schwangerschaft ihrer Tochter berichtet. “Meine Eltern haben dann gedacht, ich sei erst ein paar Wochen schwanger und habe einen Abgang”, sagt Thomson. 

Zwei Stunden, nachdem ihre Eltern im Krankenhaus angekommen seien, sei Molly auf die Welt gekommen. Thomsons Tochter wog bei der Geburt rund 3.400 Gramm – ein Gewicht, das bei Neugeborenen als völlig normal gilt. 

Häufiger als Drillinge

“Sofort als ich Molly in den Armen gehalten habe, habe ich sie geliebt”, sagt Thomson.

► Und dann überbrachten ihr die Ärzte auch noch eine gute Nachricht: Obwohl Thomson während der Schwangerschaft getrunken hatte, war Molly komplett gesund.

Einen Baby-Bauch habe sie deshalb nicht gehabt, weil Molly sich unter ihren Rippen versteckt hat. 

Es handelt sich dabei um ein medizinisches Phänomen, das gar nicht selten vorkommt. In Deutschland bringen rund 270 Frauen jährlich ein Kind auf die Welt, ohne dass sie davor von der Schwangerschaft wussten. “Dass eine Frau erst bei der Geburt von ihrer Schwangerschaft erfährt, kommt dreimal so häufig vor wie eine Drillingsgeburt”, sagte der Berliner Gynäkologe Jens Wessel der “Zeit”.

Ein französischer Arzt hat außerdem herausgefunden, dass der Babybauch bei Frauen, die nichts von ihrer Schwangerschaft wissen oder erst sehr spät davon erfahren, weit weniger ausgeprägt ist. Denn das Wissen um das Baby im Bauch bewirkt eine Entspannung der Bauchmuskeln – und damit auch, dass sich das Baby drehen kann. Und der Bauch deutlich der einer Schwangeren wird.

“Kann es nicht erwarten, ihr das zu erzählen”

Für Thomson habe es auch etwas Positives gehabt, dass man ihr ihre Schwangerschaft nicht angesehen habe: Sie habe danach keine Probleme damit gehabt, die zusätzlichen Schwangerschaftspfunde wieder loszuwerden.

Die 21-Jährige trägt immer noch ihre Kleider in Größe 36. Der Vater von Molly sei ein Ex-Freund, zu dem sie keinen Kontakt habe. Allerdings bekomme sie viel Unterstützung von ihren Eltern, sagt Thomson.

Sie sei sehr froh, dass sie Molly habe, auch wenn sie dadurch nun ihre Party-Zeit vorbei sei. Und eines kann Thomson fast nicht erwarten: “Ich kann es gar nicht erwarten, ihr die Geschichte zu erzählen, wie ich herausgefunden habe, dass ich mit ihr schwanger war.”

(ame)