ELTERN
28/02/2018 09:36 CET | Aktualisiert 03/10/2018 13:46 CEST

Florida: Ich habe meinen Sohn beim Amoklauf in Parkland verloren

Die bewegende Abschiedsrede eines Vaters.

  • Alex Schachter stirbt mit 14 Jahren bei dem Schulmassaker in Florida
  • Sein Vater hat jetzt die bewegende Trauerrede veröffentlicht

Er war einer der ersten, der von dem Schützen getroffen wurde. Der 14-jährige Alex Schachter starb am 14. Februar, als ein Amokläufer an der Marjory Stoneman Douglas High School in Florida das Feuer eröffnete.

► Nun wurde Alex beerdigt. 

Sein Vater Max Schachter veröffentlichte die Abschiedsrede von der Beerdigung seines Sohnes auf dem Online-Portal der Tageszeitung “The Washington Post”. 

“Als Alex am 9. Juli 2003 geboren wurde, waren seine Mutter und ich überglücklich. Er war der süßeste Junge”, schreibt er. “Auch sein größerer Bruder Ryan freute sich sehr.”

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Doch schon nach wenigen Jahren erlebt Alex seinen ersten Schicksalsschlag. Seine Mutter verstarb plötzlich über Nacht, als der kleine Alex vier Jahre alt war. “Für mehrere Jahre war es sehr hart für uns”, sagt Vater Max in der Rede. “Alex Leben veränderte sich für immer.” 

Doch einige Jahre später verliebte sich Alex Vater in eine Frau, die auch zwei Töchter hat. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurden sie zu einer neuen Familie.

“Jeder hat gesagt, dass es in Parkland die besten Schulen gibt”

“Alle Kinder sind über die Jahre sehr nah zusammen gewachsen”, sagt Max.

Ryan, sein großer Bruder, sei sehr wichtig für Alex gewesen. Jeden Abend sei er zu ihm ins Zimmer gelaufen, habe ihm Gute-Nacht gesagt und ihn gedrückt. 

Vor einigen Jahren zog die Familie dann an einen anderen Wohnort.

► Nach Parkland, wo der Amoklauf stattfand. 

“Wir sind nach Heron Bay in Parkland gezogen, weil jeder gesagt hat, dass es dort die besten Schulen gibt”, sagt Max in seiner Rede.

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Sein Sohn Alex habe sehr viele Freunde in Parkland gehabt. Ihm ging es richtig gut, sagt sein Vater. 

► Dann kam der 14. Februar 2018. Der Tag des Schulmassakers.

An dem Tag kam Alex nicht mehr nach Hause. 

Nun hat Max seinen Sohn beerdigt. 

“Sonntag habe ich Alex auf demselben Friedhof begraben wie seine Mutter Debbie, die vor zehn Jahren gestorben ist. Sie kann sich jetzt um Alex kümmern”, erzählt Max in seiner bewegenden Trauerrede. 

Alex’ Vater Max erklärt, dass er mit seiner Familie nach Parkland gezogen sei, weil es eine kleine, idyllische Gemeinde ist. 

“Ich hätte nie gedacht, dass mir das passieren würde. Ich hätte nie gedacht, dass es hier passieren würde. Ich habe alles versucht, um ein guter Vater zu sein und Alex zu beschützen. Der Verlust meines wertvollsten Alex hat mir gezeigt, dass die Gesetzgeber nicht genug getan haben, um ihn zu beschützen.”

Max Schachter will jetzt Schulen sicherer machen

Seinen Sohn konnte er nicht beschützen. Aber er will verhindern, dass es nicht noch einmal passiert. Deswegen hat er jetzt eine Spendenaktion auf “GoFundMe” gestartet. 

Mit den Spendengeldern will er eine landesweite Schulsicherheitskommission ins Leben rufen.

► Und Schulen sicherer machen. 

“Das Ziel dieser Sicherheitskommission wird es sein, die Führer und Experten in unserer Nation zusammenzubringen, die an der Spitze stehen, um Schüler, Lehrer und Administratoren in ihren Schulen sicher zu halten”, heißt es bei “GoFundMe”. 

Den Tod seine Sohnes kann Alex Schachter nicht mehr rückgängig machen. Aber vielleicht kann er mit seiner Aktion andere Kinder und Jugendliche vor solch tragischen Massenschießereien schützen. 

(ks)