ELTERN
08/03/2018 11:10 CET | Aktualisiert 08/03/2018 14:40 CET

Was eine Schule Mädchen vor der Party rät, sind Eltern entsetzt

Die Schule behauptet, sie wolle sich damit für mehr Akzeptanz einsetzen.

KatieDobies via Getty Images
Die Schule wollte den Kindern eigentlich Höflichkeit beibringen.
  • Eine Schule im US-Bundesstaat Utah verbietet Mädchen, Jungs eine Abfuhr zu erteilen
  • Die Mutter einer Sechstklässlerin geht deshalb auf die Barrikaden

Wenn uns die andauernde Debatte um sexuelle Belästigung eins verdeutlicht haben sollte, dann das: Frauen haben das Recht Nein zu sagen, egal ob es um Sex, die Handynummer, oder eine Einladung zum Tanz beim Schulball geht. 

Doch nicht jeder scheint erkannt zu haben, wie wichtig das Recht auf Selbstbestimmung ist. Die Kanesville Elementary School im US-Bundesstaat Utah ist ein gutes Beispiel dafür.

► Denn die Schule hat Mädchen verboten, Jungs beim Ball eine Abfuhr zu erteilen.

Als Natalie Richards von der Regel erfuhr, war sie vollkommen entsetzt. Ihre Tochter besucht die sechste Klasse der Kanesville Schule. 

“Ich dachte zuerst: ‘Das hat sie bestimmt missverstanden’”, sagte Richards in einem Interview mit dem Nachrichtensender Fox 13. Doch das hatte sie nicht. 

Mädchen dürfen Jungs keine Abfuhr erteilen

“Wir wollen unseren Schülern beibringen, höflich und respektvoll miteinander umzugehen”, begründet die Sprecherin der Schule, Lane Findlay, die Regel gegenüber Fox 13. “Dazu gehört auch, dass man ‘Ja’ sagt, wenn man zum Tanz aufgefordert wird.”

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Natalie Richards sieht das anders. “Es gibt andere Wege, um Kindern Akzeptanz zu vermitteln. Es muss nicht unbedingt beim Schulball sein”, sagte sie im Gespräch mit dem TV-Sender.

Mädchen zu vermitteln, dass sie einem Jungen generell keine Abfuhr erteilen dürfen, sende dagegen die falsche Botschaft. Mehr noch, es sende auch Jungs die falsche Botschaft, wenn sie merken, dass Mädchen nicht Nein sagen dürfen

Was bei ihrer Tochter hängenbleibe, sei: “Ich kann nicht nein sagen zu einem Jungen”, klagt Richards. Und bekommt im Internet von zahlreichen Eltern recht. 

“Inklusivität ist nicht im Ansatz so wichtig, wie Kindern beizubringen, dass sie nicht verpflichtet sind, irgendjemandem zu erlauben, sie anzufassen oder in ihren persönlichen Bereich einzudringen, wenn es für sie unangenehm ist”, schreibt eine Frau unter den Beitrag von Fox 13. 

Der Schule scheint das egal zu sein. Wie der US-Sender berichtet, bleibt die Regel bestehen.

(ks)