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04/07/2018 12:27 CEST | Aktualisiert 04/07/2018 12:44 CEST

Kanada: 16-Jährige stirbt im Schlaf – mit Schuld hat ihr Tampon

Sie habe über Bauchkrämpfe geklagt, bevor sie ins Bett ging.

  • Auf einem Ausflug mit der Schule wurde eine 16-Jährige in Kanada am Morgen tot von ihrem Lehrer gefunden. 
  • Nun zeigt der Bericht des Gerichtsmediziners, dass sie am Toxischen Schock Syndrom gestorben ist.

Im März 2017 wollte die 16-jährige Schülerin Sara M. aus Kanada eigentlich nur an einer Klassenfahrt teilnehmen. Doch das Mädchen kam nicht mehr lebend von dem Ausflug zurück. 

Wie die kanadischen Behörden nun, mehr als ein Jahr nach dem tragischen Tod der Schülerin im offiziellen Bericht des Gerichtsmediziners bekannt gaben, starb sie wegen des Toxischen Schock Syndroms (TSS).

Der bakterielle Erreger Staphylococcus Aureus sei auf einem Tampon entdeckt worden, der im Körper des Mädchens gefunden wurde. Das berichtete der kanadische TV-Sender CTV News.

Das Mädchen sei im Schlaf gestorben, stellte der Gerichtsmediziner fest. Der Lehrer habe in der Früh noch versucht, die Schülerin wieder zu beleben, sei jedoch gescheitert. Der Gerichtsmediziner betonte allerdings auch, dass der Gebrauch von Tampons das Risiko für TSS zwar erhöht, allerdings nicht allein dafür verantwortlich ist. 

“Kann es so selten sein?”

Saras Schwester Carli Manitoski veröffentlichte schon im Dezember einen Post auf Facebook, in dem sie andere Frauen vor TSS warnen wollte. Schon vor einem halben Jahr habe die Familie erfahren, dass die Todesursache TSS gewesen sei. 

“Frauen müssen über dieses Thema besser aufgeklärt werden”, schreibt Manitoski. “Manche von euch wissen vielleicht nicht einmal, was TSS ist. Man sagt, dass TSS unglaublich selten vorkommt, aber ich kenne zwei Menschen, die es hatten. Eine Frau hat knapp überlebt, aber meine Schwester ist daran gestorben. Kann es wirklich so selten sein?

Ihre Schwester habe über Bauchkrämpfe geklagt, bevor sie ins Bett gegangen sei und sei nie wieder aufgewacht. Frauen sollten sich über dieses Thema selbst weiterbilden und vorsichtig sein, wann auch immer sie Tampons benutzen, rät Manitoski.

Erwachsene bilden Antikörper

TSS sei sehr selten, sagt die Ärztin Dee Hoyano CTV News. “Wir wissen mit Sicherheit, dass eine Person bestimmte Bakterien in sich haben muss, um zu erkranken. Und außerdem kann es einen Zusammenhang mit dem Gebrauch von Tampons oder dem zu langen Tragen von Tampons geben. Das Risiko einer Infektion kann sich dadurch erhöhen.”

TSS ist eine schwere Erkrankung, bei der es zu grippeartigen Symptomen, Hautausschlag, Kreislaufschock bis hin zu Blutgerinnungs- Durchblutungsstörungen der inneren Organe, Arme und Beine kommen kann. Im schlimmsten Fall kann sie tödlich enden.

Das Syndrom wird durch eine große Anzahl von Bakterien ausgelöst, die durch eine Verletzung in das Blut gelangen. Das warme Menstruationsblut in der Vagina ist ein idealer Nährboden für die Keime und so können sie sich dort gut vermehren. Wird das Blut durch einen Tampon gestaut, vermehren sie sich stärker.

Gibt es zusätzlich, etwa durch Sex, winzig kleine Risse in der Vagina, steigt das Risiko der Erkrankung. Da die meisten Frauen im Erwachsenenalter Antikörper gegen die Keime gebildet haben, kommt es jedoch nur sehr selten zu schweren Fällen der Erkrankung

(kap)