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06/03/2018 11:39 CET

Ingolstädter will zum Austausch in die USA – als er erfährt wohin, klagt er

Der Schüler hatte sich eigentlich auf den Austausch gefreut.

Hal Bergman Photography via Getty Images
Der Junge sollte ein Jahr lang auf der Militärbasis Fairchild verbringen.
  • Ein Junge aus Ingolstadt wollte für einen Schüleraustausch in die USA
  • Die Agentur vermittelte den Jungen jedoch an eine Familie, die auf einer Militärbasis lebt

Ein Austauschjahr in den USA steht bei vielen Schülern auf der Wunschliste ganz oben. Eine neue Kultur, tolle Städte, eine spannende Familie. Und klar favorisieren die meisten Schüler eine Stadt an der West- oder Ostküste. 

Auch ein Junge aus Ingolstadt wollte unbedingt für ein Jahr in die USA. Sein Vater buchte also ein Austauschjahr bei einer Vermittlungsagentur. Und die Agentur fand eine Familie, die im US-Bundesstaat Washington lebt. 

Blöd nur: Die Familie lebte nicht in einem schicken Vorort oder einer interessanten Großstadt – sondern auf der Militärbasis Fairchild in Spokane. Das erfuhr der Schüler 2016. 

Atomlager, Amoklauf, Flugzeugabsturz

Und der Junge recherchierte, wie “Spiegel Online” berichtet. Er fand heraus, dass die Militärbasis bis 1990 als Lager für Atomsprengköpfe diente. Außerdem hatte es dort 1994 einen Amoklauf gegeben, bei dem vier Menschen getötet wurden. Und – um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen – gab es auf der Militärbasis außerdem einen Unfall bei einer Flugshow – auch mit vier Toten. 

Das Problem: Der Vater hatte der Agentur schon den Reisepreis von 13.275 Euro überwiesen. Doch die Agentur erstatte nur rund die Hälfte wieder.

Das Landgericht Düsseldorf hat am Montag nun entschieden: Die Agentur muss den Rest des Betrags nicht zahlen. Die Kündigung des Vertrags sei unwirksam. Denn eine Vermittlung an eine Gastfamilie, die auf einer Militärbasis lebe, sei zulässig.

Die Agentur habe lediglich dafür zu sorgen, dass der Schüler dort angemessen untergebracht sei und von der Familie angemessen beaufsichtigt und betreut werde.

Es sei ihm auch zuzumuten, auf der Basis zu leben, obwohl Menschen dort nur mit einer Zugangsberechtigung ein und aus gehen können. Das hätte auch bedeutet, dass der Junge dort keinen spontanen Besuch von Freunden oder anderen Schülern hätte erhalten können. 

(ame)