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05/08/2018 14:08 CEST | Aktualisiert 05/08/2018 16:26 CEST

Schriftliches Urteil: Richter knöpfen sich "gierige" Schlecker-Kinder vor

Der Fall geht nun vor den Bundesgerichtshof.

  • Das Landgericht Stuttgart hat ein schriftliches Urteil gegen die Schlecker-Familie freigegeben.
  • Darin steht, wie wie die Richter das Verhalten der Familienmitglieder während der Pleite der Drogeriekette bewerten.
  • Wie die Richter das Verhalten der Schlecker-Familie beurteilen, seht ihr auch im Video oben.

Der Strafprozess gegen den früheren Drogeriekönig Anton Schlecker und seine Kinder Lars und Meike ist bereits acht Monate her. 

Nun hat das Landgericht Stuttgart sein schriftliches Urteil freigegeben.

Auf 141 Seiten führen die Richter ausführlich aus, wie sie das Verhalten der Familienmitglieder vor und während der Pleite des Drogeriekonzerns bewertet haben.

Sieben Millionen Euro veruntreut

Deutliche Worte fand das Gericht für überhöhte Stundensätze, die das Drogerieunternehmen an eine Logistikfirma zahlte, die Lars und Meike Schlecker privat gehörte.

Als noch gravierender bewerteten die Richter, dass Anton Schlecker kurz vor dem Insolvenzantrag sieben Millionen Euro an die Logistikfirma seiner Kinder überwiesen hatte.

Die zogen das Geld noch am selben Tag als angebliche “Vorab-Gewinnausschüttung” ab. Das Vorgehen würde zeigen, dass die Motivation der Angeklagten “von besonders großer Geldgier geprägt war“, so die Richter.

Die Schlecker-Kinder legen Revision ein

Das Stuttgarter Landgericht hatte die Schlecker-Geschwister im November 2017 wegen Untreue, Insolvenzverschleppung, Bankrott und Beihilfe zum Bankrott ihres Vaters zu Haftstrafen von zwei Jahren und neun Monaten sowie zwei Jahren und acht Monaten verurteilt.

Das Urteil war in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert worden. Während Anton Schlecker das Urteil angenommen hat, haben seine Kinder Revision eingelegt. Das Verfahren geht nun vor den Bundesgerichtshof in Karlsruhe. 

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(lp)