POLITIK
19/12/2018 10:04 CET | Aktualisiert 19/12/2018 11:48 CET

"Schreckensszenario für Autoindustrie": "Tagesthemen" warnen vor Kahlschlag

Anlass sind die schärferen CO2-Vorgaben.

  • Die Aufregung über die neuen CO2-Grenzwerte für PKW ist vor allem unter deutschen Autoherstellern groß.
  • In einem flammenden Kommentar warnt ARD-Journalistin Karin Dohr in den “Tagesthemen” nun vor den Folgen für die Hersteller.
  • Im Video oben seht ihr Dohrs Warnung in den Tagesthemen.

In den Chefetagen der deutschen Autohersteller dürfte keine vorweihnachtliche Stimmung aufkommen - ganz im Gegenteil.

Denn kurz vor dem Fest kommt, zumindest aus Sicht der Branche, eine Hiobsbotschaft aus Brüssel. Die EU will die Grenzwerte für Neuwagen beim Ausstoß des wichtigsten Treibhausgases CO2 bis 2030 noch einmal deutlich verschärfen.

“Tagesthemen”-Kommentatorin: “Unisono Schnappatmung”

“VW, Daimler und Co. fallen unisono in Schnappatmung”, kommentierte deswegen die ARD-Journalistin Karin Dohr in den “Tagesthemen”.

“Die Chancen einer weltweiten Verkehrswende scheinen Autobosse aber zu ignorieren – etwa durch die Digitalisierung des Verkehrs, neue Dienstleistungszentren und Elektroautos. All das entsteht derzeit eher im Ausland als hier”, sagt Dohr – und spricht eine Warnung aus.

Ja, Arbeitsplätze drohen, verloren zu gehen, sagt sie mit Blick auf die Warnungen der Autoindustrie, die Vorgaben aus Brüssel würden zu einem Jobkahlschlag in Deutschland führen.

Schuld seien aber nicht die CO2-Grenzwerte, sagt Dohr in den “Tagesthemen”. “Sondern, weil sich Autohersteller nicht an veränderte Rahmenbedingungen anpassen. Weil Wirtschaft und Teile der Politik sich mehr auf Blockade als auf notwendige Impulse konzentrieren.”

“Tagesthemen”-Kommentatorin: “Die Verweigerung hat lange genug gedauert”

Das, so Dohr, sei das “wahre Schreckensszenario” – dass die “deutsche Autoindustrie einfach so weiter macht und wenn es brenzlig wird, nach staatlicher Hilfe ruft.”

Zum Schluss fordert sie statt “lautstarkem Entsetzen” von den Autobossen “Erkenntnis” – etwa ”über die eigene Verantwortung, weil man eine globale Entwicklung lange verhindern, statt gestalten wollte. Und darin, dass Klimaziele keine unverbindlichen Empfehlungen sind, die man ohne Konsequenzen ignorieren kann.”

Die Verweigerung habe lange genug gedauert. “Statt bremsen müssen die Firmen jetzt Gas geben”, sagt Dohr in den “Tagesthemen”.

(vw)