POLITIK
05/02/2018 14:00 CET | Aktualisiert 06/02/2018 14:50 CET

Hartz-IV-Anwälte: Das sind die schlimmsten Jobcenter in Deutschland

Ein verdienter erster Platz.

Ein guter Start in das neue Jahr? Nicht mit den Jobcentern. Die wissen ganz genau, wie man die Neujahresstimmung trüben kann. Gute Vorsätze scheinen die Sachbearbeiter sich zumindest nicht vorgenommen zu haben. Wir zeigen dir in unseren Flopcentern im Januar, was die Jobcenter sich im jungen Jahr 2018 bereits geleistet haben.

Oben im Video: Wie Jobcenter Hartz-IV-Empfänger im Stich lassen

Flopcenter Nr. 3: Jobcenter Gransee

Zwischen Hartz-IV-Empfängern und dem Jobcenter wird in der Regel eine Eingliederungsvereinbarung abgeschlossen. Diese soll dazu dienen, dass die Rückkehr des Leistungsempfängers in die Berufswelt nach klaren Regeln erfolgt.

Im Zuge der Eingliederungsvereinbarung werden 1-Euro-Jobs vergeben. Diese Maßnahme ist umstritten, da es sich häufig um sinnlose Tätigkeiten handelt, die außerdem nicht fair entlohnt werden.

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Die Hartz-IV-Empfängerin Ute A. aus dem Landkreis Oberhavel fand allerdings einen 1-Euro-Job, den sie nicht nur gerne machen wollte, sondern sich sogar aktiv auf diesen bewarb. Es handelte sich um die Pflege eines lokalen Friedhofs.

Die Betroffene hatte nicht nur eine persönliche Bindung zu diesem Friedhof, auch das Gärtnern bei allen Wind und Wetterlagen gefiel ihr. Sie war somit die perfekte Kandidatin für diese Tätigkeit.

Die Reaktion ihres Jobcenters? Eine Absage. Anstatt die motivierte Hartz-IV-Empfängerin in die Maßnahme aufzunehmen, entschloss es sich, andere Leistungsempfänger zu dieser Tätigkeit zu nötigen.

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Dieser Umgang zeigt, wie sehr Hartz-IV-Empfänger bei der Vergabe von 1-Euro-Jobs benachteiligt werden und wie wenig Eigenmotivation unterstützt wird. Das gibt für das Jobcenter Gransee den dritten Platz in unserem Flopcenter-Ranking.

Flopcenter Nr. 2: Jobcenter Leipzig

In diesem Flopcenter ereignete sich eine Auseinandersetzung zwischen der 54-Jährigen Karin W. und dem Security-Service, die mit Verletzungen aufseiten der Leistungsempfängerin endete.

Die Betroffene befand sich aufgrund eines Termins mit ihrer Sachbearbeiterin im Jobcenter. Sie wollte die Unterlagen für ihren Weiterbewilligungsantrag abgeben.

Doch mit einem Mal fühlte sich ihr Sachbearbeiter nicht mehr zuständig. Er verwies Karin W. an eine andere Geschäftsstelle des Jobcenters.

Verständlicherweise löste diese unerwartete Information eine Diskussion zwischen der Betroffenen und ihrem Sachbearbeiter aus. Dieser reagierte rabiat – und rief direkt die Security. Die Hartz-IV-Empfängerin wurde aus dem Gebäude begleitet.

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Da es an diesem Tag in Strömen regnete, wollte die Karin W. ihre Unterlagen noch im Foyer des Jobcenters ordnen. Dafür setzte sie sich auf den Boden. In diesem Moment eskalierte die Situation:

Der Security-Service warf sie kurzerhand aus dem Foyer. Die Frau landete inklusive ihrer Unterlagen auf der Straße im Regen. Die Folgen: Schürfwunden und eine Prellung.

Natürlich gibt es verschiedene Versionen des Vorfalls. Laut des Security-Services hätte die Hartz-IV-Empfängerin rumgepöbelt. Abgesehen davon, dass Unterlagen-sortieren nicht besonders aufmüpfig klingt, ist auch Rumpöbeln keine Begründung für einen gewaltsamen Rauswurf.

Für dieses Verhalten landet das Jobcenter Leipzig auf Platz 2.

Flopcenter Nr. 1: Jobcenter Salzlandkreis

Diese Geschichte geht ans Herz. Helmut E. ist 64 Jahre alt und hat sein Leben lang auf dem Bau gearbeitet. Dann konnte er diesen Knochenjob aufgrund seiner Gesundheit nicht mehr nachgehen. Er wurde arbeitslos.

Doch sein Hartz-IV-Antrag zieht sich. Das Jobcenter fordert immer wieder neue Unterlagen von ihm, bis letztendlich eine Absage erfolgt. Herr E. habe zu viel Eigenvermögen, heißt es.

Eine Falschaussage, die aufgrund fehlerhaften Schätzungen aufseiten des Jobcenters zustande kommt. Die Lage von Helmut E. ist kritisch, er ist seit einem Jahr mittelos.

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Ein Anwalt stellt sich auf seine Seite und klagt gegen das Jobcenter. Mit Erfolg: Das Sozialgericht Magdeburg entscheidet, dass der Betroffene alle Leistungen ab seiner Antragsstellung erhalten muss.

Helmut E. atmet auf, der Kampf scheint gewonnen. Doch es folgt die Katastrophe. Sein Haus wird zwangsversteigert. Er konnte in dem Jahr, in dem ihm seine Hartz-IV-Leistungen verweigert wurden, keine Raten für sein Haus zahlen. Nun zieht seine Bank die Konsequenzen.

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Das Jobcenter fühlt sich nicht verantwortlich. Es wird nicht für den Schaden aufkommen. Offensichtlich ist dem Jobcenter egal, dass Helmut E. wegen der Fehler seines Sachbearbeiters sein Haus verliert.

Dieses Vorgehen macht sprachlos und traurig. Hier gewinnt nur das Jobcenter – und zwar den ersten Platz der Flopcenter im Januar.

 

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Dieser Beitrag erschien zuerst auf hartz4widerspruch.de by rightmart

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