LIFE
20/08/2018 09:08 CEST | Aktualisiert 21/08/2018 12:39 CEST

Medizin-Professorin warnt vor Kokosöl in der Küche

"Schlimmer als Schweineschmalz"

  • Kokosöl wird immer beliebter und genießt seit einigen Jahren den Ruf, “viel gesünder” zu sein als andere Fette.
  • Eine Medizinerin aus Freiburg sieht das anders: Sie bezeichnet das vermeintliche Superfood sogar als “Gift”.

Es soll gesünder sein als andere Fette und sogar Alzheimer heilen können: Seit vielen Jahren erlebt Kokosöl einen regelrechten Boom. Weltweit können Konsumenten es in Supermärkten kaufen, Drogerien und Reformhäuser bieten es sogar in verschiedenen Variationen an.

Umso größer war die Verwunderung, als eine Freiburger Ärztin kürzlich einen öffentlichen Vortrag hielt, in dem sie Kokosöl als “reines Gift“ und “schlimmer als Schweineschmalz“ bezeichnete. Karin Michels, die neben ihrer leitenden Tätigkeit an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg auch in an der Harvard University tätig ist, ist sich ihrer Aussagen sicher.

Hoher Anteil an gesättigten Fettsäuren

Der Grund für ihre Skepsis: Kokosöl besteht zu etwa 90 Prozent aus gesättigten Fettsäuren. Diese erhöhen die LDL-Cholesterin-Werte, welche wiederum Herz- und Kreislauferkrankungen begünstigen.

Das fand auch schon die “American Heart Association“ heraus. Auch sie warnte vor dem Verzehr des beliebten Öls. Ähnlich sah es zudem schon 2016 die Verbraucherzentrale Hamburg: Diese warnte vor “nicht überzeugenden“ Studien, die Kokosöl-Verfechter zitierten, um die heilenden oder gesunden Eigenschaften von Kokosöl zu belegen.

►Sie schließt: “Die gern zitierten Studien sind aus unserer Sicht nicht geeignet, einen besonderen gesundheitlichen Nutzen von Kokosöl zu belegen.”

Kokosöl generell zu verteufeln, wie dies die Freiburger Ärztin Michels tut, ist allerdings nicht zielführend: Auch wenn der Wert gesättigter Fettsäuren mit sogar deutlich höher liegt als der von Butter, sollte – wie bei allen Lebensmitteln – jeder Konsument für sich selbst entscheiden, ob er ein Nahrungsmittel zu sich nehmen möchte oder nicht.

Außerdem gibt es bisher keine umfassenden Studien, die umfassend die Schädlichkeit von Kokosöl bewiesen hat.

(mf)