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09/01/2019 13:46 CET

Schiffe deutscher Seenotretter dürfen in Malta anlegen

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FEDERICO SCOPPA via Getty Images
Die Sea-Watch 3 darf in Malta anlegen. 

► Die beiden blockierten Rettungsschiffe deutscher Hilfsorganisationen dürfen nach einer tagelangen Hängepartie in Malta anlegen.

► Das Schiff “Sea-Watch 3” der Berliner Organisation Sea-Watch hatte 32 Migranten vor Weihnachten unweit der libyschen Küste gerettet. 17 weitere nahm die Regensburger Organisation Sea-Eye auf dem Schiff “Professor Albrecht Penck” kurz vor dem Jahreswechsel an Bord. Seitdem saßen die Migranten auf den Schiffen fest.

► Nun sollen die 49 Migranten auf Deutschland und sieben weitere EU-Mitgliedsstaaten verteilt werden, erklärte Maltas Regierungschef Joseph Muscat am Mittwoch.

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Was Muscat noch gesagt hat:

Als Gegenleistung für die Öffnung des Hafens in Valletta hatte die maltesische Regierung die Verteilung von weiteren Migranten gefordert, die die dortige Küstenwache bereits im Dezember gerettet hatte. 

Nun würden rund 220 von insgesamt 298 Migranten auf andere EU-Staaten verteilt oder in ihre Heimatländer zurückgeschickt, sagte Muscat. Zur Aufnahme der Menschen haben sich auch Frankreich, Portugal, Irland, Rumänien, Luxemburg, die Niederlande und Italien bereiterklärt.

Muscat zeigte sich ungehalten:

“Jeder, EU-Mitgliedsstaaten und Nichtregierungsorganisationen, sollten die entsprechenden Regeln befolgen, statt ihrem eigenen Willen zu folgen und von anderen zu erwarten, die Probleme zu lösen, die sie verursacht haben”

Die Rettungsschiffe müssten die maltesischen Gewässer “sofort” nach dem Transfer der Migranten verlassen.

Was ihr noch wissen müsst:  

Zuletzt hatte es dramatische Berichte über die Zustände an Bord der beiden Rettungsschiffe gegeben. Nach Angaben von Sea-Watch hatten einige Migranten zeitweise die Nahrung verweigert.

Auf dem anderen Schiff “Professor Albrecht Penck” waren Trink- und Brauchwasservorräte rationiert worden. Die Menschen schliefen auf der Krankenstation, teilten sich nur eine Toilette. Matratzen und Wechselkleidung gab es nicht. Viele Migranten waren seekrank.

In der Migrationsfrage sind die EU-Mitgliedsstaaten zerstritten. Malta und Italien hatten den Rettungsschiffen wie schon in früheren Fällen das Anlegen in ihren Häfen verweigert. Im vergangenen Jahr waren unter anderem die Schiffe “Aquarius” und “Lifeline”.

(ll)