WIRTSCHAFT
11/06/2018 18:15 CEST | Aktualisiert 11/06/2018 18:38 CEST

Scheuer ordnet an: Daimler muss in Deutschland 238.000 Diesel zurückrufen

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ODD ANDERSEN via Getty Images

Daimler muss deutschlandweit 238.000 Fahrzeuge wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung zurückrufen.

► Insgesamt seien in Europa 774.000 Fahrzeuge betroffen, teilte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nach einem Gespräch mit Vorstandschef Dieter Zetsche am Montag in Berlin mit.

► Nach Angaben des Ministeriums geht es neben dem Kleintransporter Vito, bei dem das Kraftfahrt-Bundesamt schon vorher eine unzulässige Abschalteinrichtung moniert hatte, nun insbesondere um ein Modell der C-Klasse sowie um eine Variante des sportlichen Geländewagens GLC.

Darum ist der Rückruf wichtig:

Die betroffenen Wagen sind sogenannte Volumenmodelle, werden also besonders häufig verkauft.  Der Rückruf markiert das bislang härteste Vorgehen der Bundesregierung gegen die Automobil-Industrie.

Verbraucherschützer fordern unlängst ein Ende der “Salamitaktik” im Abgas-Skandal. “Es kann nicht sein, dass ein Autokonzern nach dem anderen mit jahrelanger Verzögerung und erst nach Detektivarbeit entlarvt wird”, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller. 

Scheuer müsse “die Daumenschrauben anziehen”. Daimler müsse Garantien abgeben, dass die Umrüstungen sinnvoll seien und keinen Schaden nach sich zögen.

Was ihr noch über Daimler wissen müsst:

Unter den Daimler-Beschäftigten sorgen die Diesel-Vorwürfe laut Betriebsrat zunehmend für Unruhe. “Ihre größte Sorge ist, dass rund um das Thema Abgas noch viel mehr auf den Tisch kommen könnte als bisher bekannt”, sagte der Betriebsratsvorsitzende des Motorenwerks in Untertürkheim, Wolfgang Nieke.

Zetsche habe anfangs gesagt, dass bei Daimler nicht betrogen werde - darauf hätten sich die Beschäftigten verlassen. Bei Betriebsversammlungen um den 20. Juni herum würden die Beschäftigten Antworten hören wollen.