LIFE
04/12/2018 10:20 CET | Aktualisiert 04/12/2018 12:23 CET

Schauspielerin droht Gefängnisstrafe wegen "obszönen" Kleids – so sieht es aus

″Entsprach nicht den gesellschaftlichen Werten, Traditionen und Moralvorstellungen."

  • Die ägyptische Schauspielerin Rania Youssef muss sich vor Gericht für das Tragen eines Kleides verantworten.
  • Das Tragen des Kleides wird als ”öbszönes Verhalten in der Öffentlichkeit” eingestuft.
  • Im Video oben seht ihr einen ähnlichen Vorfall: Eine Lehrerin sorgt für Empörung im Netz – weil viele ihr Kleid für “zu sexy” halten.

Es ist schwarz, es glitzert – und es ist nicht überall blickdicht. So sah das Kleid aus, das die ägyptische Schauspielerin Rania Youssef in der vergangenen Woche beim Cairo International Film Festival trug. 

Dafür drohen der Schauspielerin jetzt allerdings bis zu fünf Jahre Haft – weil das Kleid ihre nackten Beine zeigte und das als “obszönes Verhalten in der Öffentlichkeit” eingestuft werde. Das berichtet unter anderem die BBC.

Zwei Anwälte, die dafür bekannt sein sollen, solche Vorwürfe gegen Schauspielerinnen und andere Prominente zu erheben, sollen Youssefs Aussehen beim ägyptischen Generalstaatsanwalt beklagt haben. 

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Rania Youssef in ihrem Kleid beim Cairo International Film Festival

Das Kleid entspreche nicht den gesellschaftlichen Werten

Einer der Anwälte, Samir Sabri, sagte der Agence France Presse: 

″(Ihr Auftreten) entsprach nicht den gesellschaftlichen Werten, Traditionen und Moralvorstellungen und untergrub damit das Ansehen des Festivals und das Ansehen ägyptischer Frauen im Allgemeinen.”

Youssef selbst äußerte sich zu den Vorwürfen und machte deutlich, dass sie nicht beabsichtigt habe, für Empörung zu sorgen und betonte, dass sie das Kleid nicht getragen hätte, wenn sie gewusst hätte, dass es zu Kontroversen führen würde.

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Sie habe sich für die Auswahl des Outfits von Stylisten beraten lassen, die ihr versichert hatten, dass das Kleid internationalen Standards für Filmfestivals entspreche.

Außerdem sagte die 44-Jährige:

“Ich bekräftige meine Bindung an die Werte und Moralvorstellungen mit denen wir in der ägyptischen Gesellschaft aufgewachsen sind.”

Der Prozess gegen Youssef soll am 12. Januar 2019 beginnen.

Mehrere prominente Frauen wurden bereits zu Haftstrafen verurteilt

Es ist nicht das erste Mal, dass eine solche Debatte in Ägypten für internationale Fassungslosigkeit sorgt.

Im Dezember 2017 verurteilte ein ägyptisches Gericht die Sängerin Shimaa Ahmad zu einem Jahr Haft, wegen eines “gewagten” Musikvideos zu ihrem Song “I have issues”.

Im September 2015 wurden die beiden Bauchtänzerinnen Shakira und Bardis ebenfalls zu einer Haftstrafe – von sechs Monaten – verurteilt. Der Vorwurf: Ihre Musikvideos würden “zur Ausschweifung anstiften”.

(glm)