POLITIK
15/06/2018 10:59 CEST

Schäuble erteilt FDP-Mann Ordnungsruf – weil er die AfD beleidigt

"Die alternative Südkurve mit den Gauleitern!"

Bundestag / Getty
Wolfgang Schäuble und der FPD-Politiker Christoph Hoffmann. 
  • Bundestagspräsident Schäuble ruft FDP-Mann Hoffmann zur Ordnung.
  • Der beleidigt die AfD als “alternative Südkurve mit Gauleitern”.

Mal wieder Aufregung im Bundestag.

Parlamentspräsident Wolfgang Schäuble erteilt dem FDP-Abgeordneten Christoph Hoffmann einen Ordnungsruf, weil er die AfD beleidigt.

In einer Zwischenfrage an die Grünen-Abgeordnete Britta Hasselmann sagt Hoffmann: “Ich glaube die Herrschaften haben den Schuss noch nicht gehört, den uns die alternative Südkurve mit den Gauleitern hier beschert hat.”

Der FDP-Politiker will damit die GroKo kritisieren, die sich durch eine Gesetzreform mehr Geld aus der Parteienfinanzierung verschaffen will.

Besonders die AfD nutzt den Gesetzesentwurf für massive Kritik an der Regierung und der “Parteiendemokratie”, wie es AfD-Mann Thomas Seitz formuliert. 

► Schäuble ruft Hoffmann später zur Ordnung – für den Begriff “Gauleiter”.

CSU-Mann Michael Kuffer kritisiert Hoffmann aus einem anderen Grund: Die Südkurve des Vereins FC Bayern München habe mit der AfD nichts gemein.

Auch andere Politiker greifen die AfD an

Andere Parlamentarier schaffen es besser, die Rechtspopulisten vorzuführen.

► Es sei an Geschmacklosigkeit und Ekelhaftigkeit nicht zu überbieten, “dass sich jemand von russischem Geld die Hand beim Redenschreiben führen lässt und dann über Selbstbedienung redet”, kritisierte Sozialdemokrat Mahmut Özdemir.

Die Organisation Lobby Control wirft der AfD eine Missachtung der Transparenzgebots bei der Parteienfinanzierung vor. Die Partei habe große Teile des Wahlkampfs von einer Schweizer Agentur finanzieren lassen.

Diese Summen seien aber laut Rechenschaftsbericht nicht als Parteispenden geführt. Auch nach Russland unterhalten viele AfD-Abgeordnete Verbindungen, 

“Nicht verboten, aber doch sehr verdächtig”, nannte etwa die “Zeit” die Wahlkampffinanzierung der Rechtspopulisten.

“Das ist absurd!”

Auch Grünen-Geschäftsführerin Britta Hasselmann kritisierte die Doppelmoral der AfD: “Dem Handel mit Gold mussten wir erst einen Riegel vorschieben.”

SPD-Mann Carsten Schneider ätzt: “Sie bekommen ihre Finanzen aus dubiosen Quellen und verschleiern sie.” 

Er rief: “Sie lassen ihre Leute von russischen Privatjets hierher fliegen und wollen uns etwas von Verachtung des deutschen Volkes erzählen? Das ist absurd!”

(jg)