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09/01/2018 16:13 CET | Aktualisiert 09/01/2018 16:13 CET

Schadensersatzansprüche bei Lebensversicherungen: Was steht Verbrauchern wirklich zu?

Schadensersatz bei falscher Beratung?

Was sind die Schadensersatzansprüche im Falle einer Lebens- oder Rentenversicherung?

Man sollte meinen, dass es selbstverständlich ist, in einer Bank ausreichend beraten zu werden. Dass dies leider nicht der Fall ist, wird im Falle von Lebensversicherungen immer häufiger deutlich.

Ob Ihnen im Falle einer Falschberatung Schadensersatz zusteht, erfahren Sie in diesem Artikel.

Laut Urteil vom 06. Februar des vergangenen Jahres stehen Kunden dann Schadensersatzzahlungen zu, wenn sie beim Abschluss einer Lebens- und Rentenversicherung nicht ausreichend und in vollem Umfang von Ihrer Bank beraten wurden.

Banken müssen sich an ihre Pflicht zur Beratung halten! 

Kommt ein Kunde zu einer Bank und bittet darum, bezüglich einer Anlagemöglichkeit beraten zu werden und kommt die Bank dieser Bitte nach, so entsteht ein sogenannter Beratungsvertrag.

In diesem Fall muss die Bank sämtliche Aspekte in die Beratung einfließen lassen, die Einfluss auf die Richtung der Entscheidung des Kunden haben könnten.

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Berücksichtigt werden müssen hier unter anderem die Risikobereitschaft, der Wissensstand, sowie das Anlageziel des Kunden. Außerdem müssen solche Aspekte erläutert werden, die speziell für das gewünschte Anlageobjekt gelten, wie zum Beispiel das Risiko oder die Besonderheiten. 

Falsch beraten = Schadensersatz? 

Ein Kunde klagte vor dem Landgericht Konstanz auf Schadensersatz, da er seiner Meinung nach von der Bank falsch beraten worden sei.

Er hatte im Beratungsgespräch ausdrücklich erwähnt, dass er eine Investitionsmöglichkeit suchte, bei der er im Notfall kurzfristig auf seine Kapitalanlage zugreifen könnte.

Er schloss eine Versicherung ab, die ihm zwar dieses kurzfristige Zugreifen ermöglichte, jedoch nur in Verbindung mit einer Zahlung von 11.492€ an die Bank. Dieser Umstand ist laut dem Kläger im Beratungsgespräch nicht ausdrücklich deutlich geworden, weshalb er nun Schadensersatz forderte.

Die Klage wurde allerdings in erster Instanz vor dem LG abgewiesen. Auch das Oberlandesgericht Karlsruhe wies die Berufung in diesem Fall ab.

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Das OLG machte jedoch ausdrücklich deutlich, dass Schadensersatzansprüche bestehen, wenn gegen den Beratungsvertrag verstoßen wird und die Bank Ihrer damit verbundenen Pflicht nicht nachkommt.

Dies gilt sowohl für Modelle der Lebensversicherung, als auch der Rentenversicherung.

Wünschen auch Sie Hilfe Ihre Schadensersatzansprüche im Falle einer Lebens- oder Rentenversicherung geltend zu machen, wenden Sie sich gerne an uns. Wir helfen Ihnen weiter!