ENTERTAINMENT
10/01/2019 07:21 CET

Reiche Familie freut sich auf "Urlaub" in Armut – und wird eines Besseren belehrt

Bei "Plötzlich arm, plötzlich reich" hofft eine reiche Familie, im Tauschexperiment weniger Stress zu haben.

Sat.1
Von ihrem vorübergehenden Zuhause sind Acarina und Mike van Summeren nicht begeistert.
  • Bei “Plötzlich arm, plötzlich reich” auf Sat.1 tauschen je eine arme und eine reiche Familie eine Woche lang ihre Leben.
  • Die reichen Protagonisten freuen sich auf ein entspannteres Leben mit weniger Geld und weniger Druck – und werden eines Besseren belehrt. 

Wer reich ist, hat weniger Stress, würde man meinen – Familie van Summeren hat da eine andere Meinung: Als wohlhabende Musiker, Selbstständige und Schlossbesitzer scheinen sie zu glauben, ihr Alltag sei wesentlich aufreibender als der einer vergleichsweise armen Familie. Diesen Anschein geben sie zumindest in der Sat.1-Show “Plötzlich arm, plötzlich reich”.

In der Sendung tauschen die wohlhabenden van Summerens und ihr siebenjähriger Sohn Paul eine Woche lang mit der gering verdienenden, vierköpfigen Familie Scholz-Walker Wohnung, Budget und Leben. Das bedeutet: Die van Summerens haben nun nur noch 188 Euro pro Woche zur Verfügung anstatt 3900 Euro, wie üblich. 

Mehr zum Thema: “Plötzlich arm, plötzlich reich”: Was für einen Millionär das Schlimmste an Armut ist

Reiche Familie freut sich auf entspannteres Leben ohne Geld

Die reiche Familie freut sich bei dem Tausch-Experiment vor allem auf ein entspannteres Leben – vor allem Mutter und Sängerin Acarina ist begeistert von dem Gedanken, endlich wieder etwas mehr Zeit zu haben.

Schon jetzt möchte der Zuschauer Mitleid heucheln: Mei, die arme Acarina – so ein prall gefülltes Konto, und doch kann sich die Frau keine Freizeit leisten. Ein Glück, dass die Musikerin nun eine Woche in den Armuts-Urlaub darf, da gilt: Wo kein Geld, da kein Stress. (Ein Statement, dass diejenigen, die nicht zu den reichsten zehn Prozent Deutschlands gehören, so wie die van Summerens, wohl kaum unterschreiben würden.)

Und dann, Überraschung, geht der Stress schon bei der Ankunft im bescheidenen Domizil der Scholz-Walkers los, wo die van Summerens nun eine Woche lang wohnen werden: Die lediglich 80 Quadratmeter große Wohnung eines Mehrfamilienhauses an einer Mannheimer Hauptstraße entspricht wohl nicht so ganz dem gehobenen Geschmack. 

“Wir sind es gewohnt, dass wir 8000 Quadratmeter mit Wald haben”, sagt Acarina in der Sendung. Auch Ehemann und Musikproduzent Mike ist nicht glücklich über die Wohnsituation: Hier gibt’s ja Nachbarn, igitt. “Einer wohnt an dem anderen”, stellt er unglücklich fest.

Mehr zum Thema: “Plötzlich arm, plötzlich reich”: 8-Jähriger sagt, was Arm und Reich unterscheidet

Im Zuhause der armen Familie scheint nichts zu stimmen

Nichts scheint zu stimmen.

► Die Möbel in der Wohnung sähen aus wie vom Sperrmüll, meint Acarina.

► Die Nacht höre wegen des Straßenlärms schon um fünf Uhr morgens auf, meint Mike.

► Dann noch die ganzen Billigprodukte, von denen sie sich ernähren müssen, das mühsame Prospekte studieren auf günstige Angebote, einkaufen gehen zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln anstatt bequem mit dem Auto – wie ungemütlich und unschick das alles doch ist.

Vor allem Mike sagt gequält gegen Ende der Woche: “Ich komme nicht zur Ruhe”. Und trotzdem werden die beiden nicht müde, zu erwähnen, dass sie nicht wissen, wie sie ihren Tag füllen sollen: Man kann ja nichts tun, ohne Geld auszugeben. Man kann ja nicht rausgehen, weil es keinen Garten gibt. 

Andererseits fühlen sich die Scholz-Walkers tatsächlich vom prall gefüllten Wochenplan ihrer Tauschpartner gestresst: Hier Friseurtermin, da Keyboard-Stunde, am Ende muss man auch noch Golfen gehen. Die Familie ist sichtlich damit überfordert, von einer Aufgabe zur nächsten zu hechten. 

“Wenn du die Zeit hast, hast du das Budget nicht mehr”

Als die Familien gegen Ende der Sendung aufeinander treffen, sagt Mike weise: “Wenn du die Zeit hast, hast du das Budget nicht mehr.” Und offensichtlich gilt das andersherum ähnlich – Geld frisst auch Zeit. Dass bedeutet allerdings nicht zwangsweise, dass ärmere Menschen weniger Stress haben – der Stress verlagert sich offenbar lediglich.

Während die van Summerens ihr eigenes Unternehmen führen und die wenige verbleibende Zeit in Erledigungen und Hobbys stecken, plagen Familie Scholz-Walker Existenzängste. Am vorletzten Tag des Experiments macht sich Mutter Magdalena schon Sorgen, wie sie die nächste Zeit mit dem üblichen Wochenbudget von nicht einmal 200 Euro meistert.

Ob das den van Summerens bewusst geworden ist bei dem Experiment, wird in der Sendung nicht deutlich. Zumindest haben sie jedoch, wie Acarina zusammenfasst, einen Einblick in eine andere Lebensweise bekommen und wissen so die eigene Welt wieder mehr zu schätzen.

(vw)