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10/01/2019 07:22 CET | Aktualisiert 10/01/2019 08:28 CET

Sat.1: Aufwachsen im Kinderheim, arbeiten mit 11 – Zeit zum Kindsein blieb nicht

Bei "Plötzlich arm, plötzlich reich" kommt eine traumatische Kindheitsgeschichte ans Licht.

Sat.1
Markus, Bruder einer der Protagonisten von "Plötzlich arm, plötzlich reich", spricht über seine schwere Kindheit.
  • In der Sat.1-Sendung “Plötzlich arm, plötzlich reich” tauschen je eine arme und eine reiche Familie eine Woche lang ihre Leben.
  • Bei einem Treffen mit dem Bruder des armen Familienvaters kommt eine tragische Kindheitsgeschichte ans Licht, die den heutigen Lebenswandel erklären könnte.

Ein Budget von 188 Euro für eine vierköpfige Familie: Mit dieser Summe müssen Simon Scholz-Walken, seine Frau Magdalena und deren beiden Kinder wöchentlich auskommen. Trotzdem geht der Mann, der keine Ausbildung abgeschlossen hat, nur zehn Stunden wöchentlich im Einzelhandel arbeiten.

Eine Entscheidung, die die reichen van Summerens nicht nachvollziehen können: Beide Familien sind Protagonisten der Sat.1-Show “Plötzlich arm, plötzlich reich”, bei der Arm und Reich eine Woche lang die Leben tauschen:

► So darf die Familie Scholz-Walken nun in das Schlösschen der Familie van Summeren ziehen und hat ein wöchentliches Budget von knapp 4000 Euro zur Verfügung.

► Dafür müssen sich die van Summerens mit einer 80 Quadratmeter großen Wohnung in der Mannheimer Innenstadt begnügen und dürfen nicht einmal 200 Euro für sich und ihren siebenjährigen Sohn ausgeben. 

Kennenlernen werden sich die beiden Familien erst, wenn das Tauschexperiment vorbei ist. So stellen sich die reichen Unternehmer Mike und Acarina van Summeren die Frage: Was sind das für Menschen, in deren Welt wir eine Woche lang leben? Und warum sind die eigentlich nicht so erfolgreich wie wir?

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Aufwachsen im Kinderheim: Eine Kindheit in Armut

Über die Hintergründe der Familie klärt Markus, Simons Bruder, zumindest teilweise auf: An einem Nachmittag kommt er die van Summerens besuchen. 

Einen einfachen Start ins Leben hatten die Brüder nicht, wie durch Markus’ Erzählung deutlich wird: Aufgewachsen sind die beiden beim alkoholabhängigen Vater und im Kinderheim, wo sie zeitweise aufgrund von Unterernährung lebten. Finanzielle Schwierigkeiten waren Alltag der beiden Kinder. 

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Mit elf Jahren schon ist Markus arbeiten gegangen, erzählt er weiter – acht Stunden am Tag nach der Schule, genauso wie Simon. Zeit, um Kind zu sein, ist dabei nicht geblieben. 

Im Zusammenschnitt kommentiert Simon: “Ich musste mir immer alles erkämpfen, es hat sich niemand um mich gekümmert.” Unterstützung hat er als Kind nicht erlebt: 

“Ich bin halt mehr allein durchs leben gegangen, da kommt man nicht weit.”

Vater Simon will nun mehr für seine Familie da sein

Weil in seiner eigenen Kindheit so viel schief gegangen ist, will Simon wohl nun für seine Familie da sein, mutmaßt Markus. 80 Stunden pro Woche arbeiten gehen, um viel Geld zu verdienen, ist da nicht drin.

Wirklich nachvollziehen kann die ehrgeizige Familie van Summeren nicht – man kann doch nicht zufrieden sein mit einem wöchentlichen Budget von 188 Euro: “Das kann ich mir nicht vorstellen”, meint Acarina. 

Markus stimmt dem zu – vielleicht jedoch habe sein Bruder einfach noch nicht den richtigen Beruf für sich gefunden. 

Auch wenn den van Summerens solche ein Lebenswandel fern liegt: Sie scheinen zumindest nachvollziehen zu können, dass Armut und eine schwierige Kindheit ihre Spuren hinterlassen und Lebensentscheidungen beeinflussen können. 

(vw)