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28/01/2018 13:58 CET | Aktualisiert 28/01/2018 13:58 CET

Ich bin eine junge Linke – so werde ich von rechten Frauenfeinden bedroht

“Hure, ich töte dich”

Sarah Rambatz
Linken-Politikerin Sarah Rambatz

Seit meiner Bundestagskandidatur für Die Linke in Hamburg​ Anfang September entladen sich über meiner Person tausende antifeministische und sexistische Beleidigungen und Drohungen.

Ich geriet vor genau zwei Monaten durch einen geleakten Scrennshot aus einer geschlossenen Gruppe in den Fokus der Öffentlichkeit – die Folgen sind und waren fatal.

Der Screenshot grassierte anfänglich nur auf rechtsradikalen Plattformen und Foren, bis er über die Junge Alternative, die Jugendorganisation der AfD, seinen Weg an die Öffentlichkeit fand.

“Politik ist männlich”

Seit Anbeginn dessen wurde ich auf sexistische Weise angegriffen und mit sexueller Gewalt bedroht. Wie ich mir dies erkläre wurde ich in der aktuellen “Jungle World​”-Ausgabe gefragt.

Ich antwortete darauf: “Politik ist männlich. Es ist auch im Jahr 2017 noch immer schwer, als Frau in der Politik Fuß zu fassen. Man wird dann etwa gefragt, ob neben der Politik noch genügend Zeit für Kinder bleibe. Nur bei Frauen wird in Frage gestellt, ob ein künftiger Kinderwunsch nicht dem politischen Engagement entgegenstünde.”

Drohungen zielen auf Gebärfähigkeit ab

So zielten auch die Bedrohungen, die ich erhielt, größtenteils auf meine Gebärfähigkeit ab.

Mir wurde beispielsweise die Zwangssterilisierung angedroht. Bei dieser Drohung trat auch die positive Bezugnahme auf die Shoah zu Tage, die vielen meiner selbsternannten Kritiker*innen innezuwohnen scheint.

So ist es leider auch nach Monaten immer noch nicht verwunderlich, wenn mich Nachrichten wie diese erreichen:

“Du hure ich töte dich!” (9. September 18:42 Uhr)

“Missgeburt!” (11. September 05:34 Uhr)

“Ey du nazi nutte ich töte dich”  (11. September 16:55 Uhr)

“Schlampentochter” (26. Oktober 13:26 Uhr)

“Hure Ich töte dich” (28. Oktober 20:19 Uhr)

“Hure” (20. Januar 14:08 Uhr)

Oder zuletzt: “Scheiss Deutsche hurentochter ich werd dich vergewaltigen und danach töten.”

Was es jetzt noch zu sagen gibt: Gutes Wetter, harte Zeiten, gegen den Sexismus fighten!

Mehr zum Thema: 95 junge Politikerinnen berichten über Sexismus in ihren Parteien

(mf)