NACHRICHTEN
09/03/2018 16:57 CET | Aktualisiert 09/03/2018 22:17 CET

Australier erleidet Herzinfarkt in der Wildnis und behandelt sich selbst

Der Vorfall hat sich in Australien ereignet – rund 150 Kilometer vom nächsten Krankenhaus entfernt.

  • In Australien hat ein 44 Jahre alter Sanitäter einen Herzinfarkt erlitten
  • Zusammen mit einem Tele-Arzt rettet sich der Mann selbst das Leben
  • Im Video oben: Ein Herzinfarkt kündigt sich bereits vier Wochen zuvor an, das sind die Symptome

Bei einem Herzinfarkt gilt es, sofort zu handeln: Notarzt, Krankenhaus, ärztliche Hilfe.

Und genau das alles hatte ein Mann in Australien nicht, als sein Herz plötzlich Probleme machte. Das berichtet jetzt das Fachjournal “New England Journal of Medicine”.

Der 44-Jährige war demnach der einzige Mitarbeiter eines ärztlichen Versorgungspostens im Dorf Coral Bay, 150 Kilometer entfernt von einem Krankenhaus.

Sein Vorteil: Er hatte eine gute medizinische Ausrüstung vor Ort. So schloss sich der Mann zunächst selbst an ein EKG-Gerät an.

Der Mann kontaktierte einen Tele-Arzt

Ab hier brauchte er ärztliche Hilfe. Und auch dafür fand er im Outback eine Lösung: Er kontaktierte dem Portal zufolge per Video-Leitung einen Mediziner und schickte ihm die EKG-Werte per Mail.

Nach der Myokardinfarkt-Diagnose musste gehandelt werden. Da der 44-Jährige der einzige vor Ort war, behandelte er sich selbst. Der Tele-Arzt erklärte ihm währenddessen die nächsten Schritte.

Zuerst musste sich der Sanitäter Medikamente spritzen – zur Blutverdünnung und gegen Blutgerinnsel. Danach legte er sich selbst den Defibrillator an und betätigte ihn. Später benötigte der taffe Patient noch Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen.

Mediziner warnen vor Eigenbehandlung

Ohne Hilfe rettete der Mann sich so offensichtlich selbst das Leben. Erst später konnten Einsatzkräfte den Sanitäter in ein Krankenhaus fliegen.

Die Autoren des “New England Journal of Medicine” loben die Leistung des 44-Jährigen, aber warnen zugleich davor, dass Menschen eine solche Eigenbehandlung nachmachen.

Denn trotz ärztlicher Hilfe war es vor allem eins, das dem Australier das Leben rettete: seine medizinische Erfahrung.

 

(best)