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02/08/2018 18:13 CEST | Aktualisiert 02/08/2018 18:13 CEST

Sanfte Osteopathie bei Kindern im Trend

Kinderosteopathie: Beweglichkeit ist der Schlüssel, Fotolia, ©Stasique

Osteopathie gewinnt als ‚sanfte‘ medizinische Heilkunde zunehmend an Attraktivität. Denn diese rein manuelle Behandlungsform kommt völlig ohne invasive Eingriffe, Operationen und Medikamente aus. Osteopathie gilt als ganzheitlich alternative Medizin, wobei sie sich mit der Schulmedizin und anderen medizinischen Ansätzen durchaus ergänzt.

Ein beweglicher Körper kann sich selbst heilen

Im Zentrum der von Andrew Taylor Still Ende des 19. Jahrhunderts begründeten Osteopathie steht die Grundannahme, dass sich der Körper bei Erkrankungen und Verletzungen weitgehend selbst heilen kann, solange all seine Organe und Strukturen beweglich und versorgt sind. Entsprechend betrachtet der Osteopath bei einer Beeinträchtigung die ganze Person und ihren gesamten Körper. Mit den Händen werden alle Muskeln, Gewebe, Gelenke und Organe abgetastet, um Verspannungen und Störungen der natürlichen Beweglichkeit aufzuspüren. Denn wenn eine Körperfunktion beeinträchtigt ist, muss eine Störung der hinter ihr stehenden Körperstruktur vorliegen.

Wechselwirkung von Körperfunktion und -struktur

Dabei unterscheiden Osteopathen drei Funktionssysteme, die sich gegenseitig beeinflussen:

  • Cranio sacrale Osteopathie behandelt die Beweglichkeit von Schädelknochen, Kreuzbein den zugehörigen Bindegewebshäuten und des peripheren Nervensystems.
  • Parietale Osteopathie befasst sich mit Störungen bei Gelenken, Bändern, Muskeln, Sehnen und Faszien, die Muskulatur und Organe umschließen. Solche Bewegungseinschränkungen können sich auf Nerven, Gefäße und innere Organe auswirken und zu Fehlhaltungen führen.
  • Viszerale Osteopathie konzentriert sich auf die Beweglichkeit von inneren Organen und deren Umgebung.

Kinderosteopathie erfordert besonderes Wissen zur natürlichen Entwicklung

Bei Beweglichkeitsstörungen in diesen Funktionsbereichen sorgen Osteopathen mit unterschiedlichen therapeutischen Grifftechniken dafür, dass die Beeinträchtigung beseitigt und die Beweglichkeit bestmöglich wiederhergestellt wird. Voraussetzung für eine erfolgreiche osteopathische Behandlung ist ein umfangreiches Wissen über die sensorische, emotionale, neurologische und physische Entwicklung des gesunden Körpers und langjährige Erfahrung. Das gilt insbesondere für Babys und Kleinkinder, deren Körperentwicklung sich in einem ständigen Wandel befindet. Erhöhte Sensibilität ist für Kinder auch deshalb erforderlich, weil sie sich unterschiedlich entwickeln. Nicht jede Verzögerung muss behandelt werden. Osteopathen in der Kinder- und Säuglingstherapie besitzen in der Regel eine zweijährige Zusatzqualifizierung.

Ganzheitliche Diagnose beginnt mit der Schwangerschaft

Die Kunst der Osteopathie bei Kindern ist, kleine Indizien rechtzeitig richtig zu deuten. Denn je eher Fehlentwicklungen behandelt werden, desto geringfügiger sind meist die Therapie und mögliche Folgen. Aus osteopathischer Sicht sind bereits die Umstände einer Schwangerschaft von Interesse. Die Lage im Uterus, Art und Dauer der Geburt, können Säuglinge an ihre Belastungsgrenzen bringen. Geburtstraumata, Funktionsstörungen in Schädel oder Bindegewebe sind mögliche Folgen. Sogenannte ‚Schreibabys werden auf Stressfaktoren untersucht. Komplikationen kann es auch mit der Umstellung auf eigenes Atmen und die Nahrungsaufnahme geben. Stillproblemen, Verdauungsstörungen, starkem Spucken oder Schlafstörungen kann mit osteopathischen Therapien wirksam begegnet werden.

Osteopathische Behandlungserfolge sind bei Kleinkindern gut

Da das Skelett von Kleinkindern noch vergleichsweise weich ist, können Fehlstellungen und Dysfunktionen mit sanften manuellen Therapien erfolgreich korrigiert werden. Ob Schädelasymmetrien, Kieferfehlstellungen, Bewegungseinschränkungen von Wirbelsäule, Kopf, Armen oder Beinen, - der Körper im Wachstum kann osteopathische Therapien vergleichsweise schnell annehmen, weil der noch kaum belastete Körper gut auf Reize und Effekte reagiert. Schmerz verursachende Spannungsphänomene und Funktionsstörungen werden im Gewebe ertastet und durch manuelle Techniken gelöst. So kann der junge Körper spätere Beeinträchtigungen selbst regulieren.

Nur erfahrene Osteopathen für Kleinkind-Therapien

Werden Wachstumsstörungen, Fehlstellungen oder Entwicklungsverzögerungen nicht rechtzeitig erkannt, können Atemwegserkrankungen, Kopfschmerzen, Sehstörungen, KISS-Syndrom, Hyperaktivität, Haltungsstörungen oder Kiefergelenksprobleme die Folge sein. Auch ihnen kann mit manueller Therapie geholfen werden, doch der Aufwand wächst mit zunehmendem Alter. Auf Babys und Kinder spezialisierte Osteopathen wie das Münchner manutherapeuticum Zapff kommen mit ihren sensiblen, manuellen Zug-, Streich- und Drucktechniken dem Wunsch vieler Eltern entgegen, die sich ein gesundes Kind durch möglichst behutsame Behandlungsmethoden wünschen.