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18/05/2018 18:31 CEST

Die Stadt San Francisco will Drogen an Obdachlose verteilen – und das ist gut so

Es soll sich um Buprenorphin handeln – ein Schmerzmittel.

Srdjanns74 via Getty Images
Drogenmissbrauch ist ein Problem in San Fancisco (Symbolbild).
  • Der Bürgermeister der Stadt San Francisco möchte ein medizinisches Spezialteam ins Leben rufen.
  • Ihr Auftrag: Ersatzdrogen an Süchtige verteilen – damit sie clean werden. 

Die Stadt San Francisco hat ein echtes Drogenproblem: 11.000 Menschen sind dort süchtig nach Heroin. Jeden Monat sammeln Streetworker knapp 24.000 benutzte Nadeln in Obdachlosenunterkünften auf.

Doch das soll sich ändern. 

Die Idee soll die Situation in der Stadt nachhaltig bessern

Laut der amerikanischen Nachrichtenseite “Governing” möchte Bürgermeister Mark Farrell ein Spezialteam aus Ärzten gründen, das eine spezielle Ersatzdroge an obdachlose Heroinabhängige verteilen soll. 

Dabei handele es sich um das sogenannte Buprenorphin, ein halbsynthetisch hergestelltes Opioid, das ursprünglich in der Schmerztherapie verwendet wurde. 

Nimmt es ein Heroinanhängiger ein, soll das Medikament seinen Suchtdruck nachhaltig lindern. 

Die Idee soll die Situation in der US-Großstadt nachhaltig verbessern – und vor allem verhindern, dass sich Abhängige weiterhin mit schmutzigen Nadeln spritzen. 

“Eine großartige Idee”

Dadurch können schließlich Virenerkrankungen wie HIV oder Hepatitis schnell übertragen werden. 

Nichts gegen dieses Problem zu unternehmen, ist inakzeptabel”, sagte der Bürgermeister der Nachrichtenseite. “Drogenmissbrauch findet immer noch unkontrolliert auf unseren Straßen statt und es funktioniert nicht, abzuwarten, bis die Abhängigen freiwillig eine Klinik aufsuchen,” erklärt er weiter. 

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Dies sei eine großartige Idee, findet auch Barbara Garcia, die das Gesundheitsamt in San Francisco leitet. 

“Wir wollen, dass sich die Menschen behandeln lassen – nicht nur wegen der Suchterkrankung, sondern auch wegen der Gefahr einer Überdosis”, erklärt sie “Governing”. 

Viele suchen keine Klinik auf – weil sie sich schämen

Allerdings würden einige Abhängige aus Scham keine Klinik aufsuchen. Wird das Vorhaben des Bürgermeisters umgesetzt, bräuchten sich Suchtkranke darüber keine Sorgen mehr zu machen. Das Team würde sie dann in ihren Unterkünften besuchen und die Medikamente an sie verteilen. 

Garcia hofft, dass auch andere US-Städte bald dem Beispiel San Franciscos folgen. Vielleicht kann die innovative Idee so einige Leben retten. 

(tb)