POLITIK
03/07/2018 15:07 CEST

Salvini: Italien würde von Grenzkontrollen am Brenner profitieren

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Pier Marco Tacca via Getty Images
Salvini freut sich über Grenzkontrollen. 

► Italiens Innenminister Matteo Salvini begrüßt mögliche schärfere österreichische Grenzkontrollen am Brenner. “Für uns wäre das ein gutes Geschäft”, sagte der Chef der fremdenfeindlichen Lega am Dienstag im Sender Rai 

► Seine Begründung: Italien habe mehr Migranten an Österreich abzugeben, als andersherum. 

► ”Ich bin bereit, ab morgen die Kontrollen am Brenner wiedereinzuführen, weil wir dadurch nur gewinnen können”, sagte Salvini.

Wie es zu Grenzkontrollen kommen könnte: 

CDU und CSU hatten am späten Montagabend vereinbart, an der deutsch-österreichischen Grenze Transitzentren für Flüchtlinge einzurichten, für deren Asylverfahren ein anderes EU-Land zuständig ist. Aus diesen Zentren sollen sie dann direkt in die zuständigen Länder zurückgewiesen werden. 

Österreich kündigte am Dienstag an, Maßnahmen zum Schutz seiner Südgrenze zu ergreifen: Vermutlich würde die Regierung in Wien ebenfalls Grenzkontrollen einführen. 

Bundeskanzler Sebastian Kurz betonte am Dienstag jedoch, er sei offen für Gespräche. In einer Rede im Europaparlament sagte er, er werde sich dafür einsetzen, dass man zu einem Europa ohne interne Grenzkontrollen zurückkehre.

Was Italiener zur Lage am Brenner sagen: 

► Der Bürgermeister der Gemeinde Brenner, Franz Kompatscher, nannte die derzeitige politische Diskussion “reine Muskelspiele”. “Wir hatten noch nie so wenig Migranten, die Zahlen halten sich sehr in Grenzen”, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. 

► Auch der Landeshauptmann Südtirols, Arno Kompatscher, schätzt die Lage am Brenner als “sehr ruhig” ein. Die Migration aus beiden Richtungen - also von Österreich nach Italien und andersrum - halte sich derzeit “in etwa” die Waage, sagte seine Sprecherin der dpa. “Es ist alles unter Kontrolle, es gibt keinen Anlass zur Alarmierung.”