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08/11/2018 11:50 CET | Aktualisiert 08/11/2018 15:07 CET

Hartz IV: Jobcenter verlangt Rückzahlung – obwohl das Opfer erst 13 ist

"Ich brauche es schwarz auf weiß" – Linkenpolitiker Uhlmann wehrt sich gegen den falschen Bescheid.

ullstein bild Dtl. via Getty Images
Ein Jobcenter. (Symbolbild)
  • Die skurrile Forderung eines Jobcenters hat einen Vater erbost.
  • Sein 13-jähriger Sohn hatte von der Arbeitsagentur ein Rückzahlungsaufforderung bekommen – allerdings hatten weder er noch sein Sohn je Hartz IV bezogen.

Eine dreiste Forderung eines sächsischen Jobcenters hat den Familienvater Jens Uhlmann erbost. 

Der Grund: Zum einen richtete sich die Aufforderung des Inkassobüros an seinen Sohn. Zum anderen hatten weder der 13-Jährige noch Uhlmann selbst jemals Hartz IV bezogen, wie die Lokalzeitung “Freie Presse” berichtete.

93 Euro und zwei Cent sollte der Minderjährige innerhalb einer Woche zurückzahlen, ansonsten würden “zusätzliche Kosten sowie Unannehmlichkeiten entstehen”, wie es in dem Brief heißen soll.

Der Familienvater lässt sich das nicht bieten

“Weder ich noch meine Kinder haben überhaupt Leistungen von Jobcenter oder Arbeitsagentur erhalten, nicht mal beantragt”, sagte Uhlmann der Zeitung.

Das Jobcenter sei mit dem gelernten Ingenieur allerdings an den falschen geraten, wie die “Freie Presse” schreibt. Denn Uhlmann ist Kommunalpolitiker, er sitzt für die Linkspartei im Stadtradt von Falkenstein bei Plauen und nehme “kein Blatt vor den Mund”, wenn es um Behördenfehler gehe.

Der Vater schlägt zurück

Uhlmann habe sofort Widerspruch eingelegt. Daraufhin kam der Anruf des Jobcenters, das die falsche Forderung gegen seinen Sohn bestätigte.

Doch das habe Uhlmann nicht ausgereicht. Er pochte auf eine schriftliche Antwort des Amtes: “Am Telefon erzählen kann man mir viel – darauf kann ich mich im Ernstfall nicht berufen, ich brauche es schwarz auf weiß.”

Doch Uhlmann bekam, wie die Zeitung weiter berichtete, keine Bestätigung vom Jobcenter. Der Vater ging nun in die Offensive: Er setzte der Behörde eine Frist und strengte obendrein eine Untätigkeits- und Dienstaufsichtsbeschwerde an. Hätten die Verantwortlichen auch darauf nicht reagiert, wäre Uhlmann sogar vor das Verwaltungsgericht gezogen, wie er sagt.

Jobcenter räumt Versäumnisse ein

Mittlerweile habe das Jobcenter aber reagiert und eingeräumt, das die Forderung nicht an den 13-Jährigen hätte geschickt werden dürfen. Uhlmanns Widerspruch sei außerdem nicht umgehend an den Inkasso-Service weitergeleitet worden, wofür sich die Chefin des Jobcents entschuldigte.

Inzwischen soll die Zahlungsaufforderung an die richtige Adresse geschickt worden sein.

(mf)