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21/02/2018 10:48 CET | Aktualisiert 21/02/2018 11:01 CET

"Bild" fällt offenbar auf Fake-Mails der Satire-Zeitung "Titanic" herein

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Screenshot / Facebook
Ein Bild, das "Titanic" veröffentlichte.

Die “Bild”-Zeitung hat am Freitag breit über angebliche Verbindungen zwischen Juso-Chef Kevin Kühnert und einem russischen Hacker berichtet. Nun behauptet die Satire-Zeitung “Titanic”: Sie hat das Boulevardblatt reingelegt. 

 Das ist passiert: 

► Unter der Schlagzeile “Neue Schmutzkampagne bei der SPD” hatte “Bild” am Freitag einen Mailverkehr veröffentlicht, der belegen soll, dass Kühnert bei seiner NoGroKo-Initiative Hilfe eines russischen Internettrolls namens Juri in Erwägung gezogen hat.

► Doch die “Bild” ist jedoch offenbar einem Fake der “Titanic” aufgesessen.

► Wie das Satireblatt auf Facebook mitteilte, habe ihr Redakteur Moritz Hürtgen den Schriftverkehr lanciert. Die Indizien, die “Titanic” veröffentlichte, deuten darauf hin, dass der Version der Satiriker zu trauen ist. 

► So hat die “Titanic” den vollständigen Mailverlauf zwischen Fake-Kühnert und Fake-Juri im Internet veröffentlicht

Darum ist es wichtig:

Bereits bei der Veröffentlichung der Geschichte Ende der vergangenen Woche zweifelten verschiedene Seiten die Echtheit der E-Mails an. Die meisten Medien – auch die HuffPost – hatten deswegen auf eine Berichterstattung verzichtet.

Auch “Bild” selbst hatte Zweifel an der Echtheit in seinem Artikel eingeräumt – und sah trotzdem nicht von einer Veröffentlichung über den vorgeblichen Skandal ab.

Was ihr noch wissen müsst: 

“Eine anonyme Mail, zwei, drei Anrufe – und ‘Bild’ druckt alles, was ihnen in die Agenda paßt”, freute sich der verantwortliche “Titanic”-Redakteur Hürtgen nach dem Coup.

Hürtgen ätzte gegen “Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt: “Ich kann Volkschefredakteur Julian Reichelt und seine Leute verstehen: Wie soll man solche Fälschungen erkennen, wenn man unbedingt eine Kampagne fahren will?

Auch der betroffene Kühnert zeigte sich schadenfroh. Er twitterte: “Einfach genießen.”

(lp)