POLITIK
07/03/2018 20:02 CET

Britische Ermittler: Russischer Ex-Doppelagent wurde Opfer von Nervengift

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dpa
Der Tatort im südenglischen Salisbury.

► Die britischen Ermittler lassen keinen Zweifel daran: Der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Yulia sind höchstwahrscheinlich Opfer eines Anschlags mit Nervengift geworden.

► Skripal und seine Tochter waren am Sonntag mit Vergiftungserscheinungen in der südenglischen Kleinstadt Salisbury bewusstlos aufgefunden worden. Sie kämpfen seitdem in einer Klinik um ihr Leben. 

► Laut der Polizei arbeiten nun Hunderte Kriminalbeamte, gerichtsmedizinische Experten, Analysten und Geheimdienstmitarbeiter rund um die Uhr an dem Fall.

Darum ist der Fall des vergifteten Agenten wichtig:

Der Fall erinnert an den Mord an dem russischen Ex-Agenten und Kremlkritiker Alexander Litwinenko in London 2006. Er war mit radioaktivem Polonium vergiftet worden. 

Der frühere russische Agent Skripal war in seiner Heimat als britischer Spion verurteilt und bei einem Austausch 2010 freigelassen worden. Er lebte unter seinem Klarnamen in Salisbury, wie der “Guardian” berichtete.

Was ihr über die Folgen des mutmaßlichen Attentats wissen müsst:

Der Fall hatte zu einem diplomatischen Schlagabtausch zwischen Moskau und London geführt. Der britische Außenminister Boris Johnson hatte am Dienstag eine “angemessene und robuste” Reaktion angekündigt, sollte sich der Verdacht auf eine staatliche Rolle in dem Fall erhärten.

Das Außenministerium in Moskau warf den britischen Behörden eine russlandfeindliche Kampagne vor.

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