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28/02/2018 14:36 CET

Trump in Bedrängnis: 5 neue brisante Enthüllungen in der Russland-Affäre

Auf den Punkt gebracht.

Bloomberg via Getty Images
Donald Trump wird seine Russland-Affäre einfach nicht los. 

Russische Hacker, Notlügen und eine heiße Geldspur: Der Dienstag hat mit einer ganzen Reihe von Enthüllungen neue Brisanz in die Russland-Affäre von US-Präsident Donald Trump gebracht. 

Besonders die Geschäfte Trumps während seines Wahlkampfs und eine junge Beraterin im Weißen Haus rücken derzeit in den Fokus der Ermittler. 

Die neuen Entwicklungen in dem Polit-Skandal auf den Punkt gebracht. 

Das sind die fünf neuen Enthüllungen in der Affäre: 

► 1. Russischer Hacker drangen 2016 in Wahlsysteme der USA ein: Mehrere hochrangige Mitarbeiter der US-Geheimdienste sagten dem US-Sender NBC News, Agenten aus Russland hätten es vor der US-Wahl geschafft, in offizielle Wahl-Webseiten und Registrierungssysteme in gleich mehreren US-Bundesstaaten einzudringen. Sie hätten dort jedoch keinen Schaden angerichtet. 

► 2. Jared Kushners Geschäftskontakte werden zum Problem: Trumps Schwiegersohn steht in der Russland-Affäre schon länger im Fokus der Ermittler. Nun berichtet die “New York Times”: Regierungsbeamte in Mexiko, Israel, China und den Arabischen Emiraten würden planen, Kushners Geschäftsbeziehungen zu nutzen, um ihn zu erpressen.  

► 3. Ein Ex-Trump-Berater hatte während des Wahlkampfes Kontakte zu Wikileaks: Wie das Magazin “The Atlantic” berichtet, hatte Trumps Wahlkampfberater Roger Stone im Oktober 2016 per Twitter Kontakt zu der Enthüllungsplattform. Stone hatte allerdings einen direkten Kontakt in einer Anhörung vor dem US-Kongress bestritten. Wikileaks habe den Kontakt zu Stone auch nach Trumps Wahl aufrecht erhalten wollen, schreibt “The Atlantic”.  

Spencer Platt via Getty Images
Roger Stone bei einem Interviewtermin im Trump-Tower im Dezember 2016.

► 4. Wichtige Trump-Beraterin gibt zu, für den Präsidenten gelogen zu haben: Hope Hicks begleitet Trump seit Beginn seines Wahlkampfs, heute ist sie Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses. Hicks hat laut der “New York Times” am Dienstag in einer Anhörung vor dem US-Kongress zugegeben, für Trump gelogen zu haben. 

► 5. Sonderermittler Robert Mueller nimmt Trumps Finanzen ins Visier: In den Russland-Ermittlungen Muellers gerät nun auch Trumps Wirtschaftsimperium in den Fokus. Laut dem Sender CNN, der sich auf mit den Ermittlungen vertraute Quellen bezieht, hat Mueller begonnen, Trumps Geschäfte aus der Zeit vor dem Wahlkampf zu untersuchen. 

Die Folgen der Enthüllungen für Trump:

► Der Hackerangriff auf mehrere US-Bundestaaten zeigt, das die Russen in der Lage waren, selbst in sensible US-Wahl-Systeme einzudringen. Besonders brisant: NSA-Chef Mike Rogers sagte am Dienstag, Trump habe ihn bisher nicht beordert, irgendetwas gegen solche Angriffe zu unternehmen. 

► Die wieder neuen Enthüllungen über Kushner verdeutlichen, welch zentrale Rolle der Schwiegersohn des US-Präsidenten in der Russland-Affäre einnimmt. Mehrfach hat sich Kushner mit russischen Offiziellen getroffen – auch sie könnten ihn erpresst haben.

► Roger Stones Kontakte zu Wikileaks sind nicht die ersten eines Trump-Vertrauten zu der Plattform, die die mutmaßlich von russischen Hackern gestohlenen E-Mails von Hillary Clinton veröffentlichte. Auch Trumps Sohn Donald Trump Jr. hatte mit Wikileaks Kontakt

► Hope Hicks Geständnis über ihr Lügen für Trump könnte für sie und ihren Chef schwere Konsequenzen haben. Zwar sagte Hicks dem US-Kongress, sie habe sich nur “Notlügen” in Fällen bedient, die nichts mit der Russland-Affäre zu tun hatten. Doch auch im Zusammenhang mit dieser ist ihre Glaubwürdigkeit längst in Frage gestellt. 

Kevin Lamarque / Reuters
Hope Hicks und Donald Trump im Oval Office. 

Mehr zum Thema: Die Schöne und die Biester: Die verdächtige Rolle von Trumps Vertrauter Hope Hicks in der Russland-Affäre

► Muellers zunehmender Fokus auf Trumps Geschäftsbeziehungen ist für den US-Präsidenten wohl die schlimmste Nachricht. Trump hatte stets betont, er würde es nicht akzeptieren, wenn der Sonderermittler sich seiner Finanzen annehme. Nun tut Mueller genau das – ein Hinweis darauf, dass er dort Spuren vermutet, die nach Russland verweisen. 

Der neue Fokus der Russland-Ermittlungen: 

Die aktuellen Enthüllungen in der Russland-Affäre weisen auf folgende Schwerpunkte der Ermittlungen hin: 

1. Die russischen Cyber-Attacken auf die US-Wahl werden von den Behörden äußerst ernst genommen – obschon die Trump-Regierung sich noch immer weigert, diese als Gefahr wahrzunehmen. Gerade dadurch macht sie sich verdächtig

2. Sonderermittler Mueller und die Komitees in den US-Parlamenten schießen sich immer mehr auf die engsten Vertrauten von Trump ein. Sollte es zu einer Anklage gegen Hicks oder Kushner kommen, wäre für die Ermittler ein direkter Weg zum US-Präsidenten frei

3. Die Wirtschaftsbeziehungen der Trump Familie werden für die Ermittlungen immer wichtiger. Womöglich ist es eine verdächtige Geldspur und nicht bloß politische Kontakte, die vom Weißen Haus in den Kreml führt

Mehr zum Thema: Trump und die Mafia: Wie schmutziges Geld aus Russland den Erfolg des heutigen US-Präsidenten ermöglichte

Auf den Punkt gebracht: 

Donald Trump kann noch so viel über eine “Hexenjagd” wüten – die Ermittlungen in der Russland-Affäre machen große Fortschritte.

Auch die neuesten Enthüllungen zeigen: Der US-Präsident sollte sich sehr, sehr große Sorgen über ihren Ausgang machen. 

(mf)