POLITIK
19/07/2018 15:47 CEST

Russischer Abgeordneter fordert eine Billion Euro Entschädigung von der EU

Der “Russen-Hitler” lässt wieder von sich hören.

Sergei Bobylev via Getty Images
Wladimir Schirinowsk im russischen Parlament – "Spiegel Online" nannte ihn einst den "Russen-Hitler"
  • Der russische Duma-Abgeordnete Wladimir  Schirinowski will die EU verklagen.
  • Der absurde Grund: Die habe das russische Territorium als Experimentierfeld benutzt – für den Kommunismus. 

Es ist eine Forderung, die sich gewaschen hat: Wladimir Schirinowski, Parteichef der Putin-treuen rechtsextremen Liberal-Demokratischen Partei Russlands, fordert von der Europäischen Union nicht weniger als eine Billionen Euro Entschädigung.

Die 1000 Milliarden Euro entsprechen dem siebenfachen Haushalt der EU für das laufende Jahr

“Wir schlagen vor, die Europäische Union zu verklagen, weil sie das russische Volk dafür bezahlt, dass das russische Territorium als Experiment für den Aufbau des Kommunismus verwendet wurde”, sagte Schirinowski am Mittwoch laut der russischen Nachrichtenagentur “Ria Nowosti”.

Damit sollen ihm zufolge die Opfer entschädigt werden, die der Zusammenbruch der gesellschaftlichen Basis und der “moralische Verfall” verursacht hätten. 

Der “Russen-Hitler”

Schirinowski, der von “Spiegel Online” einst als “nationalistisches Schreckgespenst” und “Russen-Hitler” bezeichnet wurde, erklärte seine absurde Forderung damit, dass es im Westen üblich sei, den Schutz von Interessen vor Gerichten zu klären. Auch Russland solle diesen Weg nun gehen.

Der Politiker ließ allerdings offen, warum die EU schuld am Kommunismus sei, der ab 1918 von den Bolschewiki unter Lenins Führung errichtet wurde. Zur Erinnerung: Die Europäische Union existiert erst seit 1993, deren Vorgängerorganisationen erst seit 1951.

Schirinowskis jüngster Vorschlag sollte allerdings auch nicht allzu ernst genommen werden. In Russland gilt der Politiker nämlich auch als “Polit-Clown”.

(ll)