POLITIK
03/08/2018 10:00 CEST | Aktualisiert 03/08/2018 10:01 CEST

Medienberichte: Russische Spionin arbeitete jahrelang in US-Botschaft

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Sergei Petrov via Getty Images

► Eine russische Spionin hat jahrelang unerkannt in der US-Botschaft in Moskau gearbeitet. Die amerikanische Spionageabwehr enttarnte die Frau, berichten nun der britische “Guardian” und der US-Sender CNN, die den Fall damit öffentlich machen. 

► Da die Frau vom Secret Service eingestellt worden sei, habe sie über zehn Jahre lang Zugang zu geheimdienstlichen Informationen und E-Mails gehabt und diese auch an den russischen Inlandsgeheimdienst FSB weitergegeben.

► Um einen Skandal und peinliche Untersuchungen zu verhindern, sei die Spionin im Sommer des Vorjahres “unauffällig” entlassen worden, berichtete der “Guardian” weiter. 

Warum der Spionagefall so pikant ist:

Bei der mutmaßlichen russischen Spionin handelt es sich nicht um den ersten Fall. Erst Mitte Juli war in Washington eine Russin wegen der versuchten Infiltration von politischen Organisationen der Vereinigen Staaten festgenommen worden.

Die US-Justizbehörden werfen der 29-jährigen Maria Butina vor, von 2015 bis mindestens Februar 2017 unter Anweisung eines Moskauer Regierungsvertreters in den USA gearbeitet zu haben.

Die Russin sei mit einem Studentenvisum eingereist und habe versucht, Organisationen zu infiltrieren, die Einfluss auf die amerikanische Politik hätten. Butina befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. 

Was ihr noch wissen müsst:

Das US-Außenministerium wollte sich zu dem neuen Fall nicht äußern, der Secret Service relativierte den Vorfall. In einer Mitteilung hieß es, dass alle ausländischen Botschaftsmitarbeiter potenziell unter dem Einfluss ausländischer Geheimdienste stehen könnten. Dies gelte besonders für Russland.

Grundsätzlich seien die Aufgaben solcher Mitarbeiter daher auf Übersetzungsarbeiten, kulturelle Beratung sowie administrative Aufgaben beschränkt.

Zu keinem Zeitpunkt hätten ausländische Mitarbeiter in einem Büro des US-Geheimdienstes Positionen innegehabt, in der sie Zugang zu Sicherheitsinformationen gehabt hätten. Auch die enttarnte Spionin “hatte keinen Zugriff auf streng geheime Informationen”, sagte ein hochrangiger US-Regierungsmitarbeiter, der nicht genauer identifiziert wurde, zu CNN.

(ll)