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30/09/2018 11:20 CEST | Aktualisiert 30/09/2018 11:27 CEST

Ronaldo wegen sexuellen Missbrauchs verklagt – so heftig sind die Vorwürfe

Auf den Punkt.

NurPhoto via Getty Images
Juventus-Turin-Star Cristiano Ronaldo.

► Die US-Amerikanerin Kathryn Mayorga beschuldigt Fußballstar Cristiano Ronaldo, sie im Juni 2009 vergewaltigt zu haben.

► Die heute 34-Jährige war mit dem Weltfußballer 2010 eine außergerichtliche Einigung eingegangen. Für ihr Schweigen zahlte Ronaldo 375.000 US-Dollar.

► Doch jetzt verklagt sie ihn und sein Helferteam – auch wegen der Umstände, unter denen es zur Einigung kam. Die 32-seitige Klage ist online einsehbar.

► Bereits vor anderthalb Jahren gab es Berichte, dass Ronaldo einer unbekannten Frau Schweigegeld gezahlt haben soll. Der Fußballstar dementierte all das.

Die Vorwürfe um Ronaldo – auf den Punkt gebracht:

Was Mayorga Ronaldo konkret vorwirft:

Mayorga hatte sich jetzt an “Spiegel”-Reporter gewandt, um ihre Geschichte zu erählen. In der Klageschrift schildert sie die Geschehnisse der Nacht auf den 13. Juni.

Sie lernte den Fußballlstar im Rahmen eines Promotionsjobs an einer Bar kennen, er habe sie nach ihrer Handynummer gefragt und sie und eine Freundin später per SMS gebeten haben in sein Hotel zu kommen.

In seiner Suite gab er ihr Badesachen für einen Whirlpool. Mayorga wollte sich im Badezimmer umziehen. Doch dort habe sie Ronaldo bedrängt und soll sie darauf zum Sex gezwungen haben. 

Später soll der Juventus-Turin-Star vor ihr auf die Knie gegangen sein und gesagt haben: “Zu 99 Prozent bin ich ein guter Kerl, ich weiß nicht, was mit diesem einen Prozent ist.”

Was danach passierte:

Am nächsten Tag ist Mayorga zur Polizei gegangen und hat den Missbrauch gemeldet und die Tat genau dokumentieren lassen. Allerdings ohne Ronaldos Namen zu nennen, wie der “Spiegel” berichtet.

Wie Mayorga schildert, sollen sie Ronaldos Anwälte zu einem Schweige-Abkommen gezwungen haben. Sie zahlten ihr 375.000 US-Dollar und sie willigte ein, alle Beweismittel zu vernichten und nie den Namen des Fußballstars zu nennen.

Ronaldo und seine Anwälte hätten währenddessen die ganze Zeit die Sichtweise vertreten, dass es sich um einvernehmlichen Sex gehandelt habe. Dem widersprechen laut “Spiegel” Fragebögen, die der Fußballer mit seinen Anwälten durchgegangen sei.

In einem Bogen von September 2009 soll stehen, dass Mayorga mehrfach “Nein und Stopp” gesagt hab. In einem zweiten Bogen von Dezember widerspricht Ronaldo allerdings dieser Einschätzung.

Was der Anwalt des Opfers dem Weltfußballer und seinem Team jetzt vorwirft:

Mayorga wird inzwischen von einem neuen Anwalt, Leslie Stovall beraten. Stovall betrachtet das Schweigeabkommen als rechtswidrig. Er wirft Ronaldo und seinen Anwälten eine “kriminelle Verschwörung zur Behinderung der strafrechtlichen Verfolgung von Cristiano Ronaldo” vor.

Die Klägerin sei mental nicht fähig und in der Lage gewesen, an Verhandlungen zu einer außergerichtlichen Einigung teilzunehmen, sagt Stovall. Ronaldos Team soll sie und ihre damalige Anwältin heftig unter Druck gesetzt und eingeschüchtert haben.

Noch heute leide Mayorga unter Depressionen und einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Gegenüber dem “Spiegel” schildert die 34-Jährige auch, dass sie lange von einem Detektiv verfolgt worden sei, der sie auf Schritt und Tritt beobachte. Ihr Vorwurf: So habe das Team und Ronaldo widerlegen wollen, dass sie nach der Tat unter psychischen Problemen leide.

Das passiert jetzt als nächstes:

Stovall habe eine Zivilklage im US-Bundesstaat Nevada eingereicht. Für die traumatischen Folgen unter denen Mayorga leidet fordert der Anwalt in mehreren Schritten Schadensersatz von mindestens 50.000 US-Dollar, wie der “Spiegel” berichtet.

Die Folgen der Klage sind unklar. Fest steht: Wer in Nevada wegen einer Vergewaltigung verurteilt wird, dem droht eine lebenslange Haftstrafe.

Cristiano Ronaldo hat sich Stand Sonntagvormittag bislang nicht zur Klage oder den Vorwürfen geäußert.

(jkl)