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12/01/2018 11:36 CET | Aktualisiert 12/01/2018 12:57 CET

Rollstuhlfahrer bittet um Hilfe - der Busfahrerin ist das egal

Sie ließ ihn einfach im Regen stehen.

Eucalyptys via Getty Images
"In Berlin bin ich als Rollstuhlfahrer Luft."
  • In Berlin hat ein Rollstuhlfahrer um die Hilfe der Busfahrerin gebeten
  • Doch die fährt los, ohne dem Mann auch nur eines Blickes zu würdigen

Menschen im Rollstuhl wird es oft schwerer gemacht, als es sein müsste. Oft bleibt ihnen daher nichts anderes übrig, als um Hilfe zu bitten.

Ein Vorfall in Berlin vom Mittwoch, über den die Berliner Zeitung berichtet, zeigt, dass manche Menschen diese Tatsache jedoch vollkommen kalt lässt.

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Im Stadtteil Kreuzberg wartete ein junger Rollstuhlfahrer morgens an der Haltestelle Adalbertstraße/Oranienstraße auf seinen Bus. Der Doppeldecker kam und hielt auch an.

Sie starrte geradeaus - als würde er nicht existieren 

Hinter dem Steuer saß eine Frau. Langsam füllte sich der Bus mit den einsteigenden Fahrgästen. Der junge Mann wartete an der mittleren Tür - dort wo auch die ausklappbare Rollstuhlrampe angebracht ist.

Nachdem sich nichts tat, winkte der junge Mann der Busfahrerin freundlich zu, sie möge doch die Rampe ausklappen.

Doch nichts geschah. Die Frau blieb sitzen, blickte geradeaus, als würde sie ihn nicht sehen.

Als Rollstuhlfahrer ist man hier Luft

Nun wurden auch die Fahrgäste aktiv, riefen ihr zu, klopften an die Scheibe. Nichts. Der Rollstuhlfahrer rollte zur Fahrertür, klopfte an die Scheibe.

Wieder keine Reaktion. Stattdessen pure Ignoranz. Und dann das Unglaubliche: Mit einem lauten Zischen startete die Fahrerin den Motor - und fuhr davon.

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Der Rollstuhlfahrer blieb verlassen zurück.

Dass es regnete, hatte die Frau am Steuer scheinbar auch nicht im Geringsten gekümmert.

“Das ist mir schon oft passiert“, sagte der junge Mann der “Berliner Zeitung”. “In Berlin bin ich als Rollstuhlfahrer Luft.“

(tb)