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19/03/2018 10:20 CET | Aktualisiert 19/03/2018 22:08 CET

Asteroid Bennu bedroht die Erde: Wie die Nasa die Menschheit retten will

Am 25. September 2135 droht der Weltuntergang wegen Bennu.

  • Der riesige Asteroid Bennu droht im nächsten Jahrhundert auf unseren Planeten zu prallen – und so die Menschheit auszulöschen
  • Für Forscher bei der Nasa beginnt ein Wettlauf mit der Zeit: Sie wollen Bennu mit einem “Hammer” aus dem Himmel schießen
  • Im Video oben: Das war knapp – ein anderer Mega-Asteroid rast ganz nah an der Erde vorbei

Der Menschheit bleiben noch 117 Jahre, um sich vor der möglichen Vernichtung zu retten. Dann nimmt der Asteroid Bennu direkten Kurs auf die Erde – ein Gesteinsungetüm von 500 Metern Durchmesser und 79 Millionen Tonnen Gewicht

Forscher am Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) in den USA befürchten: Schlägt Bennu am 25. September 2135 auf der Erde ein, dann mit einer Explosion der Stärke von 1.200 Megatonnen. Zum Vergleich: Das wäre 80.000 Mal so viel freigesetzte Energie wie beim Atombombenabwurf auf Hiroshima

Bennu wird der Erde näher kommen, als der Mond. Die Chancen, dass er auf unserem Plant einschlägt stehen nach derzeitigen Berechnungen bei 2700:1. 

Doch die Experten am Forschungsinstitut LLNL wollen kein Risiko eingehen. Gemeinsam mit Forschern von der US-Raumfahrtbehörde Nasa wollen sie Bennu im All zerstören. 

Ein “Hammer” gegen tödlichen Asteroidenbeschuss

Die Rettung der Menschheit soll ein neuartiges Raketenprogramm sein: Das “Hypervelocity Asteroid Mitigation Mission for Emergency Response Vehicle” – kurz “Hammer”. 

Der Name des geplanten “Hammer”-Raumschiffes ist Programm: Es soll gegen den herabstürzenden Asteroiden geschossen werden und diesen von seinem Crash-Kurs mit der Erde abbringen. 

Lawrence Livermore National Laboratory
Eine Darstellung von Bennu im Vergleich mit dem Empire State Building in New York und dem Raumschiff "Hammer". 

“Die Chance auf einen Einschlag erscheint noch gering, doch die Konsequenzen wären katastrophal”, erklärt die für das Programm mitverantwortliche Physikerin Kirsten Howley auf der LLNL-Website. 

► “Das ultimative Ziel ist es, uns dafür bereit zu machen, das Leben auf der Erde zu beschützen.” 

Mehr zum Thema: Das würde passieren, wenn ein gigantischer Asteroid auf der Erde einschlagen würde

Je näher Asteroid Bennu der Erde kommt, desto geringer die Chancen auf Rettung

Das Problem: Den Forschern läuft die Zeit davon. Denn je näher Bennu der Erde kommt, desto schwerer wird er sich aufhalten lassen. 

Physikerin Howley erklärt, wieso das so ist: 

“Wenn der Asteroid noch 50 Jahre entfernt ist, dann müssen wir ihm nur einen kleinen Schubs geben, um ihn in eine ungefährliche Bahn zu lenken. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass wir so weit draußen einen Treffer landen, liegt bei unter 1 Prozent.” 

Das heißt: Bennu muss sich der Erde erst weiter nähern, bevor er effektiv unter Beschuss genommen werden kann. Dann allerdings wird ein einzelner Hammer nicht reichen, wie eine Studie des LLNL zeigt

Diese errechnet zwei Szenarien: 

► Sollte das Abwehrprogramm des LLNL und der Nasa 25 Jahre vor dem möglichen Einschlag Bennus bereit sein, bräuchte es elf “Hammer”-Einschläge auf dem Asteroiden, um ihn aus der Bahn zu werfen. 

► Noch dramatischer sind die Zahlen für eine Mission bloße 10 Jahre vor einem möglichen Einschlag: Hier bräuchte es 34 bis 53 Beschüsse mit “Hammer”-Raumschiffen, um den Asteroiden noch aufzuhalten. 

Sind Atomraketen das beste Mittel gegen Asteroiden? 

Die Forscher am Lawrence Livermore National Laboratory überlegen deshalb, zu härteren Geschützen zu greifen – und zwar zu Atomwaffen

Diese sollen jedoch nicht direkt auf Bennu abgefeuert werden.

► Vielmehr wäre es laut den LLNL-Forschern möglich, eine Atomrakete nahe der Oberfläche des Asteroiden zu detonieren.

Die radioaktive Strahlung würde einen Teil der Hülle des Gesteinsbrockens verdampfen lassen und so einen Effekt wie bei einem Raketenantrieb auslösen. Bennu würde so “wie von selbst” eine andere Flugbahn ansteuern. 

Sollte auch dieses Manöver nicht möglich sein, bleibt eine letzte, radikale Option: Es könnte versucht werden, den Asteroiden mit mehreren Atomsprengkörpern zu zertrümmern

Megan Bruck Syal, eine weitere Physikerin am LLNL, erklärt: “Damit das gelingt, müssten wir sicher stellen, dass der Asteroid in genug kleine Teile zerbricht, die dann keine große Gefahr mehr für die Erde darstellen.” 

► Die gute Nachricht: Das wäre selbst 10 Tage vor Einschlag von Bennu noch möglich. 

(ben)