POLITIK
04/06/2018 06:47 CEST | Aktualisiert 04/06/2018 12:54 CEST

"Breitbart"-Interview: US-Botschafter mischt sich in Politik Europas ein

Top-News To Go.

Der neue US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, hat in einem Interview mit der rechtsradikalen Nachrichtenseite “Breitbart” erklärt, sich stark in die Innenpolitik europäischer Länder einmischen zu wollen (siehe auch Video oben).

“Ich möchte unbedingt anderen Konservativen in ganz Europa mehr Macht geben, anderen Führungspersönlichkeiten”, sagte Grenell. Der schwärmte vor allem von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz, den er als “Rockstar” bezeichnete. 

Aus Sicht der “Washington Post”-Journalistin Anne Applebaum deute der US-Botschafter damit an, dass er die Regierung von Angela Merkel absetzen würde.

Warum die Aussagen des US-Botschafters wichtig sind:

Es ist außergewöhnlich, dass sich ein Diplomat, auch aus den USA, so deutlich innenpolitisch positioniert. Mit seinen Aussagen treibt Grenell einen weiteren Keil in die seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump angeschlagenen transatlantischen Beziehungen.

Das Wesentliche an Grenells Aussagen sei, “dass die USA gerade ihr Bündnis mit Deutschland beendet habe”, erklärte der schwedische Wirtschaftswissenschaftler Anders Åslund.

Was Grenell noch sagte:

Grenell sieht ein “Anschwellen” konservativer Politiker in Europa, weil linke Politik gescheitert sei. “Das steht außer Frage und es ist eine aufregende Zeit für mich.”

Die Wahl von Trump habe Einzelpersonen und Menschen befähigt zu sagen, “dass sie nicht einfach der politischen Klasse erlauben können, vor einer Wahl zu bestimmen, wer gewinnen wird und wer kandidieren soll”, sagte Grenell.