WIRTSCHAFT
08/03/2018 15:36 CET | Aktualisiert 09/03/2018 16:25 CET

Rewe-Kundin lässt die Einkäufe stehen, als sie die Angestellte sieht

"Das dürfte gerade beim Rewe nicht passieren."

  • In Deutschland herrscht Grippe-Zeit
  • Eine Rewe-Mitarbeiterin scheint aber dennoch zur Arbeit gegangen sein – und zwar hinter die Frischetheke
  • Im Video oben: Rewe-Kassiererin verrät, was sie im Supermarkt am meisten aufregt

Viele Arbeitnehmer stehen gerade in der Erkältungszeit vor der schwierigen Entscheidung, ob sie trotz Krankheit in die Arbeit gehen. Gerade Mitarbeiter, die mit frischen Lebensmitteln zu tun haben, sollten ihre Erkrankung nicht auf die leichte Schulter nehmen. 

Immerhin ist beispielsweise eine Grippe sehr ansteckend und die Viren übertragen sich sehr leicht. Beim Niesen, Husten oder auch Sprechen gelangen schon virushaltige Tröpfchen in die Luft und können so von anderen Menschen aufgenommen werden. 

Einer Rewe-Mitarbeiterin scheint das allerdings nicht bewusst gewesen zu sein – oder es war ihr schlichtweg egal.

Darauf lässt der Facebook-Beitrag einer enttäuschten Rewe-Kundin schließen. Sie behauptet zumindest, dass am Dienstag hinter der Frischetheke eines Rewe-Marktes eine kranke Mitarbeiterin stand. Die Folge: Die Kundin ließ ihre Einkäufe stehen. 

Sie stellte den Supermarkt sofort zur Rede. 

Mehr zum Thema: Das sind die Anzeichen einer Influenza

Kundin: “Ich war heute etwas enttäuscht”

“Lieber Rewe, es ist mir bewusst, dass jetzt viele krank sind. Aber wenn eine krank ist und besonders an der Frischetheke arbeitet, darf sie/er nicht zu Arbeit kommen, oder? So vermeidet man auch Epidemien.
Ich war heute etwas enttäuscht. Das dürfte gerade beim Rewe nicht passieren. Ich habe natürlich nichts, was ich kaufen wollte, mitgenommen.” (sic)

Das Social-Media-Team von Rewe entschuldigte sich bei der Kundin und bat sie darum, in einer privaten Nachricht zu schreiben, in welcher Filiale die kranke Mitarbeiterin hinter der Frischetheke gestanden haben soll. 

Auch Fans der Rewe-Facebook-Seite schalteten sich in die Diskussion ein.

Christiane H. kann anscheinend verstehen, wieso die Mitarbeiterin trotz Krankheit arbeiten ging: “Wenn’s so einfach wäre zu Hause zu bleiben, wenn man krank ist. Ist es aber nicht, weil man gleich um seinen Job fürchten muss.”

“Das Mimimi wäre noch weitaus größer”

Doreen H. will der Kundin in ihrem Kommentar vor Augen führen, was passieren würde, wenn die Mitarbeiterin zuhause im Bett geblieben wäre.

“Wenns keine Wurst mehr gäbe, weil die Verkäuferin krank ist, gäbe es Aufstände! Der Kunde bekommt nicht, was er will! Das Mimimi wäre noch weitaus größer, wenn da ein Schild dran wäre ‘wegen Krankheit geschlossen!’. Also lieber so als anders! Die Dame muss letztendlich selbst entscheiden, ob sie krank zur Arbeit geht oder nicht”, rechtfertigt Doreen H. die Entscheidung der Rewe-Mitarbeiterin, in die Arbeit zu gehen. 

Andere Nutzer warnen davor, vorschnelle Schlüsse zu ziehen.

Immerhin wisse die enttäuschte Kundin ja gar nicht, an was die Mitarbeiterin erkrankt sei. 

Die HuffPost hat Rewe gefragt, in welcher Filiale sich der Vorfall zugetragen haben soll und welche Regeln für kranke Mitarbeiter gelten. Das Unternehmen richte sich ganz nach dem Infektionsschutzgesetz, heißt es in der Antwort. Das IfSG regelt unter anderem, bei welchen Erregern oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen für Mitarbeiter der Umgang mit loser und nicht verpackter Ware verboten ist.

“Entsprechende Unterweisungen der Marktmitarbeiter erfolgen bei Rewe jährlich – gesetzlich gefordert ist alle zwei Jahre”, heißt es von Unternehmensseite. 

Und weiter: “Mangels konkreter, weiterer Informationen ist es uns aktuell nicht möglich, den Facebook-Hinweis zu prüfen.”