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04/05/2018 16:36 CEST | Aktualisiert 04/05/2018 16:36 CEST

Revolutionieren Drohnen unser Transportwesen?

Immer mehr Flugdrohnen von Privat- und kommerziellen Nutzern bevölkern unseren Luftraum. Mit dem Fortschritt von autonomen Steuerung ergeben sich große Potenziale, gerade hinsichtlich der zunehmenden Verkehrsproblematik. Doch die Gefahren sind nicht zu unterschätzen.

Drohnen als fliegender Paketdienst oder als fahrender Lastverkehr sind keine Szenarien aus der fernen Zukunft. Analog zum Autonomen Fahren entwickelt sich auch die Drohnentechnologie rasant weiter.

Die unbemannten Luftfahrzeuge, sind dabei mehr als nur Technikspielzeug, entwickeln sich zu einem wichtigen Element im Transportwesen und in den globalen Lieferketten. Im Rahmen der Digitalisierung spielen sie zudem eine bedeutende Rolle bei der nachhaltigen Umgestaltung unserer Infrastruktur.

Weniger Stau auf der Straße

Die Entwicklung in diesem Bereich geht schnell voran. Inzwischen gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete. So besitzen auch kleine Geräte mittlerweile eine hohe Tragkraft, um schwere Gegenstände zu transportieren.

Doch die wirtschaftliche Nutzung steht noch ganz am Anfang, die Anwendungszwecke sind vielseitig. Die Lieferung von Paketen wird – wie oben erwähnt – schon getestet und ermöglicht eine Lieferung in wenigen Stunden, auch an Feiertagen. Das bedeutet im Umkehrschluss weniger Verkehr durch den Wegfall von Liefertransportern, aber auch die Erschließung von entlegenen Gegenden, für die der Weg sonst unrentabel wäre.

Gerade der Einsatz von vollständig autonomen Drohnen verspricht hier große Potenziale. Jedoch gilt das nicht nur für den eigentlichen Flug, auch die Lieferprozesse rundherum, wie beispielsweise Lastübergabeeinrichtungen, müssen dabei vollständig automatisiert sein.

Hindernisse

Bevor die Technologie jedoch in der Breite eingesetzt werden kann, müssen noch technische Hürden genommen werden. Genau wie beim Autonomen Fahren liegen diese in erster Linie bei der Umgebungswahrnehmung und beim Ausweichen von Hindernissen.

Lösung bieten hier moderne Sensoren, wie beispielsweise Kompaktradar. Zudem muss es weitere Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz und beim Maschinellen Lernen geben. Denn es wird hochleistungsfähigere Software benötigt, die nicht nur dafür sorgt, dass die Drohne selbständig zu ihrem Ziel fliegt. Sie muss auch darauf achten, dass sie auf dem Weg dorthin nicht mit anderen Drohnen, Objekten oder gar Menschen kollidieren.

Gefahr für Flugzeuge

Denn gerade auf die Luftfahrt kommen bei einer breit angelegten Nutzung viele Probleme zu. Je mehr Drohnen im Einsatz sind, desto dichter wird der Verkehr über unseren Köpfen. Damit steigt unausweichlich die Unfallgefahr. Drohnen sind für das Radar und Piloten nicht zu erkennen. So gab es in 2017 bereits über ein Dutzend gefährliche Situationen mit Verkehrsflugzeugen – eine deutliche Zunahme im Vergleich zum Vorjahr. Ein Zusammenstoß, gerade im Bereich der Turbinen, hätte verheerende Folgen.

Gefährlich wird es auch, wenn die Fluggeräte abstürzen, beispielsweise im Einsatz über einer Autobahn oder im Wohngebiet. Und dort können sie auch ohne Absturz für erheblichen Konfliktstoff sorgen. Früher reichte ein Zaun als Sichtschutz gegen neugierige Nachbarn aus. Für Drohnen, die mit einer Kamera ausgestattet sind, ist das jedoch kein Hindernis. Zwar sind solche Aufnahmen nicht legal, diese zu verhindern ist jedoch schwierig.

Fazit

Das große Potenzial von Drohnen im Transport steckt noch in den Kinderschuhen. Mit zunehmender Entwicklung hin zur autonomen Technik werden sie ein wichtiger Bestandteil unserer Infrastruktur und im Alltag. Nun kommt es darauf an, die nötige Infrastruktur sowie die Rahmenbedingungen weiter auszubauen, um die Potenziale auch sinnvoll zu nutzen. Dann kommt das Paket bald völlig automatisch.