POLITIK
03/08/2018 11:12 CEST | Aktualisiert 03/08/2018 15:16 CEST

Weißes Haus: Bei Pressekonferenz kommt es zum Showdown mit CNN-Reporter

"Ich bin sehr traurig darüber, was gerade passiert ist."

Mary Calvert / Reuters
Trumps Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders.
  • Bei der Pressekonferenz im Weißen Haus haben sich Trumps Sprecherin und ein CNN-Reporter am Donnerstag ein heftige Wortgefecht geliefert. 
  • Auslöser waren Trumps ständige Attacken auf die Medien.

“Feinde des Volkes”. So nennt US-Präsident Donald Trump Teile der US-Presse. 

Am Donnerstag waren diese “Feinde des Volkes” zur Pressekonferenz des Weißen Hauses eingeladen. Die Worte des Präsidenten sorgten dabei für einen Streit. 

► CNN-Reporter Jim Acosta forderte die Pressesprecherin von Trump, Sarah Huckabee Sanders, mehrfach auf, zu erklären: Journalisten sind keine Feinde. Doch Sanders antwortete mit einer Attacke auf die Medien. 

Pressesprecherin des Weißen Hauses giftet zurück 

Die Pressesprecherin sagte nach einem Wortwechsel mit Acosta schließlich: “Es ist ironisch, dass – nicht nur Sie – die Medien den Präsidenten für seine Rhetorik attackieren, wenn sie häufig das Niveau in diesem Land herabsetzen.”

Sanders kritisierte, dass auch sie persönlich oft Ziel von Attacken der Medien sei. Sie erwähnte als Beispiel die MSNBC-Moderatorin Nicolle Wallace. Sie hatte im Mai gesagt, Sanders solle gewürgt werden – und sich hinterher dafür entschuldigt. 

► Die Sprecherin fügte hinzu: “Sicherlich spielen auch wir eine Rolle dabei, aber auch die Medien spielen eine Rolle, wenn es um den Diskurs dieses Landes geht.”

Eine Antwort auf die Frage von Acosta war das nicht. Der Reporter wiederholte deshalb seine Bitte mit drängenden Worten: 

“Zum Wohle dieses Raums, der Menschen in diesem Raum, dieser Demokratie, dieses Landes: Alle Menschen rund um den Globus achten darauf, was Sie sagen, Sarah. Der US-Präsident sollte uns nicht als ‘Feinde des Volkes’ bezeichnen.”

Sanders Antwort fiel knapp aus:

“Ich schätze Ihre Leidenschaft, ich teile Sie. Ich habe Ihre Frage beantwortet. Ich habe meine persönlichen Gefühle dargelegt. Ich bin hier, um für den Präsidenten zu sprechen und er hat seine Meinung klar gemacht.”

CNN-Reporter verlässt empört die Pressekonferenz 

Acosta war damit offenbar nicht zufrieden. Später schrieb er auf Twitter, er habe die Pressekonferenz vorzeitig verlassen. “Ich bin sehr traurig darüber, was gerade passiert ist.” Die Antworten von Sanders nannte er “beschämend”. 

Das Verhältnis von Trump und der Presse ist zerrüttet – und hat sich in den vergangenen Tagen verschlechtert. Der Herausgeber der “New York Times”, A.G. Sulzberger, warnte diese Woche:

“Ich habe dem Präsidenten direkt gesagt, dass ich seine Wortwahl nicht nur für spalterisch halte, sondern für zunehmend gefährlich.” 

 Es ist diese Furcht, die zu Acostas Forderung an Sanders führte. Der Reporter hatte nach einem Auftritt von Trump in Florida am Dienstag ein Video geteilt, das wütende Trump-Anhänger zeigt. Sie buhen, sie beschimpfen Acosta, sie zeigen ihm den Mittelfinger. 

Donald Trump wettert weiter 

Donald Trumps eigene Tochter sieht den Begriff des “Feinde des Volkes” kritisch. Am Donnerstag sagte sie bei einer Veranstaltung des Online-Portals “Axios” in Washington auf die Frage, ob sie Medien ebenfalls so sehe: “Nein, das tue ich nicht.”

Sie wisse zwar aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühle, wenn man Opfer falscher Berichterstattung wird. “Aber nein, ich habe nicht das Gefühl, dass die Medien Feinde des Volkes sind.”

Trump selbst holte unterdessen erneut zum Rundumschlag gegen die Presse aus. Bei einer Rede in Pennsylvania schimpfte er: Journalisten seien “entsetzliche, abscheuliche Leute”.

(jg)