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28/05/2018 17:45 CEST | Aktualisiert 28/05/2018 18:21 CEST

Münchner Rentnerin will zunehmen – ihr Therapieversuch bringt sie vor Gericht

Denn ihr Appetitanreger verstößt gegen das Betäubungsmittelgesetz.

delihayat via Getty Images
Die Rentnerin will mit Marihuana ihren Appetit anregen. (Symbolbild)
  • Weil sie mit Marihuana gedealt hat, wurde eine Münchner Rentnerin zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. 
  • Zwei Drittel ihres Gras-Vorrats hatte sie für den Eigengebrauch, um ihre Appetitlosigkeit zu bekämpfen.

Ein bis zwei Gramm Marihuana soll eine Rentnerin aus dem Münchner Stadtteil Schwabing jeden Tag konsumiert haben. Sie habe damit ihre Appetitlosigkeit therapieren wollen. Das teilte das Amtsgericht München in einer Pressemitteilung mit.

Da es jedoch nicht bei dem Verzehr blieb, sondern sie die Drogen auch verkauft haben soll, verurteilte das Amtsgericht München sie bereits Ende März zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten. 

► Zudem muss die 72-Jährige 2.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. 

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Ein Kunde verriet die dealende Rentnerin

Laut Polizeiaussage brachte ein Kunde die Ermittler auf die Spur der alten Dame. Der Kunde habe monatlich ein bis zwei Gramm Marihuana von ihr gekauft. Als er mit den Drogen festgenommen wurde, verriet er Adresse und Telefonnummer seiner Dealerin. 

Bei einer späteren Hausdurchsuchung konnte die Polizei dann in ihrer Wohnung und im dazugehörigen Keller mehr als 260 Gramm Gras sicherstellen.

► Zwei Drittel davon habe sie nach eigenen Angaben für den Eigengebrauch verwendet.

Strafmildernde Umstände

Dass die 72-Jährige mit der Vernichtung der Drogen und dem Zubehör einverstanden und auch sonst geständig war, wurde vom Gericht wohlwollend berücksichtigt.

Dass sie die Drogen jedoch über ein Jahr hinweg, nämlich von Sommer 2016 bis Sommer 2017, verkauft habe, führte zu der Haftstrafe auf Bewährung von einem Jahr und acht Monaten. 

(nc)