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19/10/2018 12:28 CEST

Rentner sollen gefährliches Blumenbeet entfernen – so urteilte der Stadtrat

Seit 30 Jahren erneuern sie die Blumenbete schon.

SWNS
Schon seit 30 Jahren pflanzen Sally und Brian Williams Blumen in ihrer Straße an.
  • Seit 30 Jahren kümmert sich ein britisches Rentnerpaar um große Blumenbete am Straßenrad ihrer Nachbarschaft.
  • Durch eine anonyme Beschwerde wurden sie dazu verurteilt, diese zu entfernen.

Das Rentnerpaar Sally und Brian Williams legten vor knapp 30 Jahren in ihrer Straße in Sheffield, England, Blumenbete an, um ein bisschen Farbe in die stille und ländliche Straße zu bringen – außerdem wollten sie auch der Tierwelt in der Umgebung etwas gutes tun.

“Wir haben es geschafft, dass die Schmetterlinge, Bienen und Vögel wieder hierher zurück kommen”, erzählte Sally Williams der britischen Zeitung “Telegraph”. Jedes Jahr erneuern die beiden ihre Blumen – und das seit 1991.

Doch diese kleine Idylle scheint nicht jedem zu gefallen, denn der Stadtrat erhielt eine anonyme Beschwerde. Vergangenen Samstag bekam dann das Paar einen Brief von der Stadt: Die Blumen müssen innerhalb einer Woche verschwinden. Und mit ihnen die Steine, die sie als Abgrenzung auslegten.

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Das Paar war am Boden zerstört

“Leider könnte die Lage der Blumenbeete, die Steine und Tonnen, die an der Straße und somit außerhalb des Grundstücks stehen, eine Gefahr für den Straßenverkehr sein”, begründete der Stadtrat die Entscheidung, wie  die Nachrichtenplattform “BBC” berichtete.

Die Tochter der Rentner, Elizabeth Williams, erzählte “BBC”, dass die beiden “am Boden zerstört” waren. Die Blumen seien all die Jahre auch oft das einzige gewesen, was ihrem Vater durch eine schwere Krankheit geholfen habe.

Sally Williams erzählte, dass die einzigen Menschen, die in diese Straße kommen, eigentlich nur Nachbarn der weiteren neun Häuser, der Postbote und die Milchlieferantin seien.

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Innerhalb von zwei Tagen schon 6000 Unterschriften

Auch die Nachbarn konnten es nicht fassen. Sie begannen Unterschriften mit einer Online-Petition zu sammeln, um gegen diesen Entschluss vorzugehen – innerhalb von zwei Tagen hatten sie über 6.000 Unterschriften zusammen, berichtete die britische Zeitung “The Star”.

Auch der Oberbürgermeister Jack Scott war auf der Seite der Williams’. Gegenüber der Zeitung “Daily Mail” erklärte er, dass die Entscheidung sicherlich “gut gemeint” wäre, es jedoch bestimmt eine bessere Lösung geben würde. “Ich finde, diese Entscheidung war eine viel zu hohe Strafe” sagte er.

Vergangenen Donnerstag stand Scott vor der Haustür des Paares – mit einer Topfpflanze in den Armen. Damit wollte er sich für die “peinliche” Entscheidung des Rates entschuldigen: “Sie haben mit Stolz diese wunderschöne Ansicht gepflegt und es tut mir leid, dass der Stadtrat auf diese plumpe Weise gehandelt hat – auch wenn sie sich nur an das Gesetz gehalten haben.”

Der Oberbürgermeister und das Rentnerpaar haben sich inzwischen darauf geeinigt, dass sie ihre Komposttonnen verlegen werden und die Blumenbete erhalten bleiben können.

(nc)