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07/08/2018 12:39 CEST

Lust auf Rente: So zockte Beamter 20 Jahre lang Krankenversicherung ab

Selbst vor Gericht zog er seine Masche weiter durch.

Michał Chodyra via Getty Images
Ein sächsisches Paar hat mit einer perfiden Masche den Staat betrogen. (Symbolbild) 
  • Ein Paar aus Sachsen hat zwei Jahrzehnte lang den Staat und die Krankenversicherung betrogen.

  • Jetzt wurden sie zu einer Haftstrafe verurteilt.

Um über 800.000 Euro haben ein ehemaliger Oberregierungsrat und seine Frau den Staat Sachsen und die Deutsche-Beamten-Krankenversicherung betrogen. 

Beide waren als Referatsleiter des Landesamtes für offene Vermögensfragen angestellt und wollten frühzeitig pensioniert werden, berichtet die “Bild”-Zeitung und beruft sich auf die Aussage der Staatsanwältin.

Die perfide Idee: Der heute 71-jährige Beamte gab 20 Jahre lang vor die Krankheit Alzheimer zu haben. 

Alzheimer vorgetäuscht: Die Ärzte glauben dem Scheinkranken

Das Paar gab vor, der Mann sei orientierungslos und inkontinent. 

1998 versetzten die Ärzte den Scheinkranken mit Pflegestufe drei in den Ruhestand – genau das, was sich das Paar erhofft hatte.

Mit der ergaunerten Rente setzten sich die Betrüger nach Paraguay ab. Ihre Pseudonyme waren laut “Bild” Gräfin Elena Eligir und Freddy Menzel. Sie hätten sogar noch ein Auswandererbuch geschrieben.

Die Gier wurde ihnen zum Verhängnis: Versicherungsbetrug fliegt auf

Erst 20 Jahre später, im Januar dieses Jahres, kam die Krankenversicherung den beiden auf die Spur. Offenbar war ihnen das bisherige Geld nicht genug. Um weiter Kasse zu machen, reichte das Paar gefälschte Rezepte aus Rumänien ein. 

Der Beamte und seine Frau wurden schließlich festgenommen und mussten sich vor Gericht verantworten. “Mein Mann ist krank und ich leide unter einer schweren Krise”, sagte die Frau laut “Bild” vor Gericht aus.

Ihr Mann habe geschwiegen und auch im Gerichtssaal weiter simuliert. Der Beamte wurde zu vier Jahren und seine Frau zu drei Jahren und neun Monaten verurteilt.

 

(vl)