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23/10/2018 13:25 CEST | Aktualisiert 23/10/2018 13:28 CEST

Rekord Lotto-Jackpot in den USA: Warum Medien vor dem Gewinn warnen

Es geht um 1,6 Milliarden US-Dollar – und weit mehr.

Andrew Kelly / Reuters
Ein Kiosk in den USA wirbt mit dem Verkauf von Lotto-Tickets: Der Jackpot der Lotterie MegaMillions liegt bei über 1,6 Milliarden US-Dollar. 
  • Es ist ein Lotto-Rekordniveau, das der Jackpot der Lotterie MegaMillions in den USA verspricht: Einen Gewinn von 1,6 Milliarden US-Dollar. 
  • Doch einige US-Medien warnen nun ihre Leser und potentiellen Lotto-Gewinner vor den dramatischen Folgen ihres möglichen Gewinn-Glücks. 

Auf einen Schlag halb so reich sein wie US-Präsident Donald Trump: Das verspricht der Rekord-Lotto-Jackpot der Lotterie MegaMillions in den USA. 

1,6 Milliarden US-Dollar können Lotto-Spieler in den Vereinigten Staaten gerade gewinnen (Trump besitzt laut dem Fachmagazin “Forbes” ein Vermögen von 3,1 Milliarden US-Dollar). Wird auch noch der sogenannte “Powerball” – in etwa vergleichbar mit der “Superzahl” im Lotto – richtig geraten, ist sogar ein Gewinn von über 2,2 Milliarden US-Dollar möglich

Die Chancen auf so einen Gewinn stehen schlecht: 1 zu 292,2 Millionen. Es ist laut dem Sender CNN wahrscheinlicher, von einem Hai angegriffen zu werden, als Lotto-Millionär (oder in diesem Fall: Lotto-Milliardär) in den USA zu werden.  

Trotzdem ist das Glücksspielfieber in den USA ausgebrochen. Laut CNN geben die US-Bürger im Jahr 70 Milliarden US-Dollar für Lotto-Tickets aus – und der momentan ausstehende Rekord-Jackpot wird weiter viele Spieler anlocken. 

CNN warnt potentielle Lotto-Gewinner jedoch in einem Kommentar: “Betet zu Gott, dass ihr diesen Jackpot nicht knackt”. Aber: Wieso?

Der Lotto-Gewinn als Lebenskatastrophe 

Die Autorin des CNN-Stücks über die Gefahren des Milliarden-Jackpots listet gleich mehrere Argumente auf: 

► In den meisten Bundesstaaten müssen Lotto-Gewinner ihre Identität der Öffentlichkeit preisgeben. Die eigene Anonymität dahin, statt Privatssphäre eine Horde Reporter im Vorgarten? Sicherlich unangenehm. 

► Zumal das nicht die einzige Folge des Schritts in die Öffentlichkeit ist. CNN weist auf einen Fall von 2006 hin: Der Lotto-Gewinner Abraham Shakespeare wurde damals umgebracht – von einer Frau, die sich kurz nach seinem Gewinn mit ihm angefreundet hatte. 

 In 2015 ein ähnlicher Fall: Der Lotto-Gewinner Craigory Burch Jr. aus Illinois wurde Opfer eines gezielten Einbruchs, während dem er ermordet wurde. 

► Doch selbst wenn es gelänge, die eigenen Anonymität einzuklagen, sei ein Lotto-Gewinn kein bloßer Segen, berichtet CNN. So seien die Tochter und Enkelin des Lotto-Gewinners Jack Whittaker an den Folgen von Drogenmissbrauch gestorbenund Whittaker mache dafür den plötzlichen Reichtum seiner Familie verantwortlich

► CNN betont auch ein moralisches Argument gegen das Lotto-Spielen: Die Tickets würden vor allem in Gegenden, die von Armut betroffen seien gekauft – und oft von Menschen, die vom Glücksspiel süchtig seien. Eine Industrie zu unterstützen, die von diesem Leid profitiert, sei fragwürdig

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Studie zeigt: Von einem Lotto-Gewinn bleibt oft nicht viel übrig

Die dringende Botschaft des Artikels: Geld ist nicht alles. Auch, wenn es wirklich sehr, sehr, sehr viel Geld ist.  

Zumal es das laut einer Studie der US-Ökonomen Guido Imbens und Bruce Sacerdote und des Statistikers Donald Rubin aus dem Jahr 2001 häufig nicht bleibt.

Die Wissenschaftler fanden in der Untersuchung, über die das Magazin “Market Watch” angesichts des Rekord-Jackpots berichtet, heraus: Im Schnitt blieben Lotto-Vermögenden zehn Jahre nach ihrem Gewinn von jedem gewonnen US-Dollar nur noch 16 Cent übrig. 

(vw)