WIRTSCHAFT
28/11/2018 14:05 CET | Aktualisiert 28/11/2018 16:20 CET

Reiche Hartz-IV-Empfänger? Experten nehmen Grünen-Vorschlag auseinander

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EFE

► Zwei Ökonomen kritisieren in der “Welt” den Vorschlag von Grünen-Chef Robert Habeck, die Grenze des sogenannten Schonvermögens von Hartz-IV-Empfängern auf 100.000 Euro zu steigern.

► Derzeit gilt für Hartz-IV-Empfänger ein Freibetrag für Vermögen – dazu zählen Bargeld, Immobilien, Lebens­ver­si­che­rungen, Bauspar­gut­haben, Aktien­an­teile oder Wertge­genstände – zwischen 9750 bis 10.050 Euro. 

► Holger Schäfer, Ökonom am Institut der Deutschen Wirtschaft Köln, hält den Grünen-Vorschlag für unnötig, weil kein Arbeitsloser so viel Vermögen ansammle. Er warnt aber in der “Welt”:

“Die Grenze für das Schonvermögen darf nicht zu hoch liegen. Die Akzeptanz des Grundsicherungssystem hängt schließlich davon ab, dass diejenigen, die dafür zahlen, es als gerecht empfinden.”

Was ihr zum Hintergrund zum Grünen-Hartz-IV-Vorschlag wissen müsst: 

Die Anhebung der Grenze des Schonvermögens ist Teil der Grünen-Reform für Hartz IV.

Die Partei will Sanktionen abschaffen und eine neue Garantiesicherung einführen, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Wohngeld und Bafög in einem System vereint. 

Was ein anderer Ökonom zu dem Hartz-IV-Vorschlag sagt: 

Auch Hilmar Schneider, der Leiter des IZA Institute for Labor Economics, sieht den Vorschlag zum Schonvermögen kritisch: 

“Die Grenze für das Schonvermögen hochzusetzen, würde das bestehende Ungerechtigkeitsempfinden noch verstärken“, sagte Schneider der “Welt”.

Und weiter: “Jemand, der mit einem sehr geringen Gehalt seine Existenz selbst finanziert, für den wird schwer nachvollziehbar sein, warum jemand mit 100.000 Euro auf der hohen Kante gar nichts tun muss und trotzdem das gleiche Einkommen hat.” 

(vw)