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12/06/2018 21:15 CEST | Aktualisiert 13/06/2018 10:30 CEST

Wegen Festnahme von Ali B.: Rechtsanwalt zeigt Chef der Bundespolizei an

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Im Video oben seht ihr, was sich im Mordfall der 14-jährigen Susanna bisher ereignet hat.

► Der Karlsruher Strafverteidiger Daniel Sprafke hat gegen den Chef der Bundespolizei, Dieter Romann, sowie sämtliche an der Rückführung des Tatverdächtigen im Fall Susanna, Ali B, erstattet. Das berichtet “Spiegel Online”.

Die Begründung: Sprafke verdächtigt die deutschen Beamten, Ali B. seiner Freiheit beraubt zu haben, als sie ihn zurück nach Deutschland brachten. Der Tatverdächtige war in den Irak geflohen und dort von kurdischen Beamten festgenommen worden. 

► Es bestehe der Verdacht, dass Bundespolizei-Chef Romann “die Fahndung persönlich und ohne Ermittlungsauftrag durch gesetzliche Strafverfolgungsbehörden veranlasst” habe, zitiert der “Spiegel” aus der Anzeige.

dpa
Der Chef der Bundespolizei Dieter Romann (Archivbild).

Das ist der Hintergrund der Anzeige:

Ali B. wird verdächtigt, die 14-jährige Susanna aus Mainz ermordet und vergewaltigt zu haben. 

► Der Chef der Bundespolizei, Dieter Romann, war persönlich in den von Kurden regierten autonomen Nordirak geflogen, um den Verdächtigen abzuholen. Die Bundespolizei und die Bundesregierung werten die Abholung des Irakers als Abschiebung.

Der Rechtsanwalt stellt allerdings die Rechtmäßigkeit der Aktion in Frage. Denn es hätten weder ein internationaler Haftbefehl noch ein Auslieferungsersuchen aus Deutschland vorgelegen, berichtet “Spiegel”. 

Was ihr noch über den Fall Susanna wissen müsst:

Ali B. hat nach einem sechsstündigem Verhör am Montag gestanden, Susanna umgebracht zu haben. Entgegen ersten Angaben war der Iraker zudem zum Tatzeitpunkt bereits 21 Jahre alt, wie am Dienstag bekannt wurde. 

Damit gälte er vor Gericht nicht mehr als Heranwachsender – und müsste im Falle einer Verurteilung mit einer deutlich härteren Strafe rechnen, wie die Staatsanwaltschaft Wiesbaden am Dienstag mitteilte.

Mit Material der dpa.