LIFE
17/08/2018 12:37 CEST | Aktualisiert 17/08/2018 13:55 CEST

Räuber überfällt 74-Jährige – dann greift sie ihm zwischen die Beine

"Das war schon immer mein Plan."

  • Eine 74-jährige Frau hat einem Räuber zwischen die Beine gegriffen.
  • Er wollte ihr Geld stehlen.
  • Im Video oben eine ähnliche Geschichte: Räuber überfallen Frau am helllichten Tag - doch die hat eine geniale Idee.

Rückblickend habe die 74-Jährige Brenda Stinson aus Birmingham im US-Bundesstaat Alabama gedacht, sie müsse sterben. Am Mittwoch wurde sie von einem Räuber am Parkplatz eines örtlichen Supermarkts angegriffen. Doch auf eine besonders gewitzte Weise konnte sie den Täter aufhalten.  

Stinson hatte gerade Medikamente aus der Apotheke abgeholt. Sie lief zurück zu ihrem Auto, als der Täter sie wie aus dem Nichts angriff. “Ich dachte, das war’s jetzt für mich. Er hat mich ganz schnell gepackt”, sagte sie der Lokalzeitung “The Birmingham News”. 

Paul Bradbury via Getty Images
"An diesem Morgen hat mir der Herrgott Kraft gegeben", sagte die 74-Jährige.

Doch die rüstige Rentnerin wollte sich nicht kampflos ergeben. “Dann haben wir gerauft. Er hat versucht an mein Geld zu kommen, aber ich habe meine Tasche festgehalten.”

“Ich wusste, dass es ihm weh tun wird”

Und sie war vorbereitet. “Ich habe ihm richtig fest zwischen die Beine gegriffen. Das war schon immer mein Plan, weil das ja die Schwachstelle von Männern ist. Aber ich hätte nicht gedacht, dass ich ihn eines Tages in die Tat umsetze. Ich wusste, dass es ihm weh tun wird.”

Nach einem etwa fünfminütigen Handgemenge habe der Räuber die 74-Jährige auf den Boden geworfen und ihren Geldbeutel auf den Autositz geschmissen. 

“Es hat mir im Herzen weh getan, das zu sehen”, sagte Kimberly Whitehead, die die Szene beobachtete. Auch andere Passanten bemerkten Stinson und griffen ein.

“Ein Mann kam und packte ihn, nahm ihn und warf ihn auf den Boden”, sagte Stinson. 

“Er war ein Geschenk Gottes”

Dieser Mann war William Daniels. Er sagte zur “Birmingham Post”, dass er keine Zeit hatte, nachzudenken oder wütend zu werden, als er Stinson am Boden liegen sah. “Wer wird denn einfach nur dabei zuschauen, wie so ein Verbrecher eine Dame derart verprügelt?”

Der Räuber habe die ganze Zeit geschrien, dass er Aids habe, während Daniels ihn festhielt, sagte Stinson. “Er hat gelogen. Er dachte wohl, der Mann lässt ihn los, wenn er sagt, dass er AIDS hat.”

Doch der ließ sich nicht beirren und hielt den Räuber bis zum Eintreffen der Polizei fest. “Er war ein Geschenk Gottes”, sagte der diensthabende Polizist Jesse Bell und lobte Daniels Zivilcourage: “Wir sind dankbar, dass er eingegriffen hat. Wir brauchen mehr solchen Einsatz für die Allgemeinheit. Wir wissen nicht, was passiert wäre, wenn er nich geholfen hätte.”

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Die 74-Jährige und ihr Retter haben sich seit dem Vorfall auf dem Parkplatz nicht mehr getroffen. Aber Stinson sagte, dass sie versuche, Daniels zu erreichen, um sich zu bedanken.

Ein herbeigerufener Notarzt stellte fest, dass die 74-jährige Stinson bis auf eine geschwollene Wange unversehrt geblieben war. 

“Ich sag euch, an diesem Morgen hat mir der Herrgott Kraft gegeben”, sagte sie. 

Wie solltet ihr euch bei einem Raubüberfall verhalten?

Nicht immer geht ein Straßenraub so glimpflich aus wie bei Brenda Stinson. Immer wieder verletzen Räuber ihre Opfer schwer oder töten sie sogar. Gegenwehr, vor allem mit Waffen, kann die Täter nur noch aggressiver machen, schreibt die Tageszeitung “Rheinische Post”. Deshalb rät die Polizei im Magazin “Focus” zu Besonnenheit: “Leisten Sie Widerstand nur dann, wenn Sie sich dem Täter gegenüber körperlich überlegen fühlen und eine reelle Erfolgsaussicht besteht.”

Stattdessen solle man Ruhe bewahren, sich den Täter genau einprägen, Zeugen finden und die Polizei alarmieren. Am besten verhindert man einen Raub durch Präventivmaßnahmen. Zum Beispiel, in dem man es vermeidet, nachts alleine unterwegs zu sein.

Deshalb rät die “Rheinische Post” dazu, in der Nacht öffentliche Verkehrsmittel zu nehmen – besonders dann, wenn man Alkohol getrunken hat. Betrunkene und geschwächte Menschen seien besonders leichte Beute für Räuber. Außerdem sollte Bargeld in der Öffentlichkeit nicht sichtbar gezählt werden. Auch eine wachsame und selbstbewusste Körpersprache könne Täter abschrecken.

(ame)