POLITIK
13/06/2018 13:15 CEST | Aktualisiert 13/06/2018 13:20 CEST

Rassismus bei der WM: Experte erklärt, welches Team am stärksten betroffen ist

Die französische Nationalelf könnte der Hass besonders treffen.

Im Video oben erklärt ein Osteuropa-Experte, warum ein Team bei der WM am stärksten von rassistischen Vorwürfen betroffen sein wird.

Es sollte ein Freundschaftsspiel werden, auf dem Russland kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft seine Weltoffenheit und Gastfreundschaft zeigt. Doch es endete im Eklat.

Ende März reiste die französische Nationalmannschaft zu einem ihrer letzten Spiele vor der WM nach St. Petersburg. Dort riefen Zuschauer im Stadion immer wieder Affenlaute, als etwa Paul Pogba und andere dunkelhäutige Spieler am Ball waren.

Es sind Vorfälle wie diese, die Pavel Klymenko von der Anti-Rassismus-Organisation Fare alarmieren. 

Ekaterina Bodyagina
Das Diversity-House in Moskau zur Fußball-Weltmeisterschaft.

Wir treffen ihn in Moskau im Diversity House. Das Haus eröffnet am Donnerstag und ist das erste seiner Art bei einer Fußballweltmeisterschaft. Die Einrichtung soll in Russland für Toleranz werben. Für Toleranz gegenüber Homosexuellen und Menschen anderer Hautfarbe. Das Diversity House wird auch von von der FIFA offiziell unterstützt. 

Ein Team bei der WM, sei besonders im Visier rassistischer Fans, sagt Klymenko. 

Schwarze Spieler “nicht französisch genug”

“Vor allem die französische Nationalmannschaft ist wegen ihrer Spieler im Visier. Die schwarzen Spieler im Team sind für die Russen nicht französisch genug.”

Hinzu kommt, “dass Frankreich und das Team in Russland als ein Beispiel für das Scheitern einer multikulturellen Gesellschaft gilt”, erklärt Klymenko.

Um solche Vorfälle zu dokumentieren oder gar zu verhindern, schickt Fare zu jedem WM-Spiel drei Beobachter, die rassistische Ausfälle der Fifa noch während des Spiels melden.

Bananenschalen im Tor

Dunkelhäutige Fußballspieler sind in Russland schon öfter von der Tribüne aus beleidigt worden. Fans werfen etwa Bananenschalen ins Tor, wenn dort ein dunkelhäutiger Spieler steht. 

Auch die Fifa kann rassistische Pöbeleien aus dem Publikum nicht ausschließen.

“Sicher gibt es Risiken”, sagte Fifa-Chef Gianni Infantino der Schweizer Boulevardzeitung “Blick”. “Der Kampf gegen den Rassismus ist eine große Herausforderung.”

huffpost

HuffPost-Reporter Jürgen Klöckner berichtet für die HuffPost aus Russland über die Fußball-Weltmeisterschaft und die Geschichten neben dem Sport.

Fotografin und Stringer: Ekaterina Bodyagina