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25/05/2018 12:04 CEST | Aktualisiert 25/05/2018 13:19 CEST

Ramadan extrem: Was Muslime in Island gerade auf sich nehmen

19 Stunden Sonnenschein am Tag...

Amr Dalsh / Reuters
Islands Muslime müssen während des Fastenmonats Ramadan besonders diszipliniert sein
  • Seit dem 16. Mai läuft die traditionelle muslimische Fastenzeit Ramadan.
  • In Island müssen die Muslime besonders diszipliniert sein: Die Sonne steht dort jeden Tag rund 19 Stunden am Himmel.

Vom 16. Mai bis zum 14. Juni dauert der Fastenmonat Ramadan in diesem Jahr – gläubige Muslime nehmen in dieser Zeit von Sonnenaufgang bis -untergang weder feste Nahrung noch Flüssigkeit zu sich

0,2 Prozent der knapp 350.000 isländischen Bürger sind statistischen Angaben zufolge Muslime. Wie viele von ihnen den Ramadan praktizieren, ist nicht bekannt. Eines steht aber fest: Es ist eine harte Glaubensprobe.

In dieser Jahreszeit geht die Sonne über der nordeuropäischen Insel nämlich bereits um 4 Uhr morgens auf und dann erst gegen 23 Uhr wieder unter.

Was sagen die Muslime auf Island?

In einer aktuellen BBC-Reportage betonen die interviewten Muslimen ihren Glauben an die Fastenzeit – trotz oder gerade angesichts ihrer besonderen Situation, in der sie nur wenige Stunden für die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme zur Verfügung haben.

“Wenn man an etwas glaubt, dann bleibt man auch voll dabei”, sagt etwa Yaman, der eine Kette von Kebab-Restaurants in der isländischen Hauptstadt Reykjavik betreibt.

Da er tagtäglich mit Essen zu tun habe, fühle er sich während der Fastenzeit natürlich besonders hungrig, erklärt der Gastronom gegenüber der BBC. Aber: “Meine Routine reißt dadurch nicht ab.”

Mansoor ist Imam in einer kleinen muslimischen Gemeinde in Reykjavik. “Es hat Fälle gegeben, in denen Mitglieder wegen der langen Fastenstunden in Ohnmacht gefallen sind”, sagt er. Daher habe die Gemeinde das tägliche Fastenbrechen um eine Stunde vorverlegt.

In Island wird der Ramadan wie in allen anderen Ländern, in denen praktizierende Muslime leben, in diesem Jahr am 14. Juni mit dem traditionellen “Fest des Fastenbrechens”, auch “Zuckerfest” genannt, beendet.

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(lp)