POLITIK
13/12/2018 12:08 CET

Putin-Kritiker erklärt: So will Russlands Präsident Europa schwächen

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NurPhoto via Getty Images
Putin-Kritiker Michail Chodorkowski bei einer Pressekonferenz in Berlin.

Michail Chodorkowski gilt als einer der größten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Diesem Ruf wurde der Ex-Oligarch und einstige reichste Mann Russlands in einem Interview mit dem Deutschlandfunk gerecht.

► Im Interview erklärte Chodorkowski, dass Putin an einer “Schwächung Europas” interessiert sei. Er betreibe hybride Kriegsführung, indem er sowohl extrem rechte wie linke Kritiker im Westen unterstütze:

“Das was Putin in Syrien, Amerika, in der Ukraine oder in Deutschland macht, entspricht dem Verhaltensmuster von Kriminellen.“

► Chodorkowski stellte klar, dass der Kreml nicht mit Russland gleichsetzen sei. Die Zerstörung der jahrhundertealten deutsch-russischen Beziehungen wäre ein grandioser Fehler, sagte er.

So erklärt Chodorkowski seinen Vorwurf an Putin:

Der Putin-Kritiker erläuterte im “Deutschlandfunk” seine Einschätzung zum System Putin: 

“Normalerweise schlagen Menschen, die mit anderen zusammenarbeiten oder ein Problem lösen möchten, etwas vor, das im gegenseitigen Interesse ist.”

► Doch die Machthaber im Kreml würden sich anders verhalten:

“Sie bringen den anderen in Schwierigkeiten und schlagen ihm dann vor, die Probleme zu lösen. So handeln Verbrecher.

Als Beispiel für dieses Verhalten nannte Chodorkowski die neue Eskalation des Ukraine-Konflikts durch Russland.

Das sagte Chodorkowski über Kanzerlin Angela Merkel:

Für die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel fand Chodorkowski lobende Worte. Merkel gelte als bindende Kraft in der Europäischen Union, wenn es um ein gemeinsames Auftreten gegenüber Moskau gehe.

Außerdem drückte Chodorkowski, der zehn Jahre in Lagerhaft und mittlerweile fünf Jahre im Exil verbracht hat, der Kanzlerin seine Dankbarkeit aus: “Ich bin Frau Merkel sehr verbunden. Ohne sie und ohne Hans-Dietrich Genscher würde ich heute nicht mit ihnen sprechen.”

Zehn Jahre saß Chodorkowski wegen angeblicher Steuerhinterziehung und Betrug in Haft. Das Verfahren gegen ihn galt als politisch motiviert. Nach einer Begnadigung, bei der Genscher und Merkel als Vermittler auftraten, kam der Kreml-Kritiker als erstes in Deutschland unter.

(jg)