POLITIK
12/03/2018 08:11 CET

Sex gegen Punkte: So soll es bei der ÖVP-nahen Schülerunion zugehen

Für Schmusen gibt es weniger Punkte als für Sex.

  • Bei der österreichischen Schülerunion soll es ein Punkteliste für Sex und Küssen geben
  • Bundesobmann Sebastian Ratz wehrt sich jetzt gegen die Vorwürfe

Wer sich mit dem Schulsprecher einlässt, kriegt zwei Punkte – wer den Bundesvorstand küsst, bekommt sogar 14 Punkte. Und wer mit ihm schläft, erhält gleich 28 Punkte. 

In einer österreichischen Schülerunion, einer Jugendorganisation, die der ÖVP nahe steht, soll es eine Punkteliste für “Schmusen” und “Pempan” geben, wie der “Standard” berichtet.

Emil Bannani, ein ehemaliges Landesvorstandsmitglied der Schülerunion, berichtet der Zeitung, dass es besonders auf Wochenendseminaren heiß her gehe.

Mit Sex-Punkten prahlen

Die Mitglieder würden sich bestimmte Punkteziele setzen. “Dann werden die Punkte verglichen”, so Bannani gegenüber dem “Standard”. 

Ein erniedrigendes System.

Sebastian Ratz, Bundesobmann der Schülerunion Österreich, wehrt sich gegen die Vorwürfe. “Dieses angesprochene Punktesystem wird von mir als Bundesobmann und uns als Schülerunion Österreich absolut nicht toleriert”, schreibt er auf Facebook.

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Für die, die das Punktesystem weiter verbreiten, würde es Konsequenzen geben, meint Ratz. 

Mit dem Hashtag #meineSchülerunion kämpft er jetzt für ein besseres Image. 

“Sie wollen das Punktesystem vertuschen”

Manche vermuten, dass die Schülerunion mit dem Hashtag von den kritischen Pressereaktionen ablenken oder das peinliche Punktesystem gar vertuschen wolle. 

“Ihr glaubt doch nicht ernsthaft mit so einem Hashtag und scheinheiliger Erzählungen die Leute für blöd verkaufen könnt?”, postete Emil Bannani auf Facebook. 

Auch wenn es der ÖVP-nahen Schülervertretung nicht gefällt, aber: Die aktuelle Debatte können die jungen Politiker wohl nicht mehr so schnell stoppen.