LIFE
31/08/2018 14:08 CEST

Psychologen: Sex macht schlau – besonders mit dem richtigen Partner

Mit dem Alter steigert sich der Effekt.

DNY59 via Getty Images
Regelmäßiger Sex regt das Zellenwachstum in der Gehirnregion Hippocampus an. (Symbolbild)
  • Verschiedene Studien legen nahe, dass häufiger Sex einem Menschen kognitive Vorteile verschafft.
  • In einer neuen Studie schnitten Paare, die regelmäßig emotionalen Sex hatten, bei Gedächtnis-Aufgaben am besten ab.

“Dumm fickt gut” lautet ein peinliches deutsches Sprichwort, das behauptet, dass geringe Intelligenz zu besserem Sex führt.

Eine neue Studie der australischen Universität Wollongong legt jetzt das Gegenteil nahe: Wer regelmäßig Sex hat und sich seinem Partner dabei emotional nahe fühlt, ist intelligenter.

Je älter, desto besser

Für ihre Studie ließen die australischen Forscher mehr als 6000 Testpersonen über 50 Jahren Gedächtnisaufgaben erledigen und Fragen über ihre Gesundheit, ihr Sexleben und ihre Gefühle beantworten.  

Testpersonen mit großer emotionaler Nähe zu ihrem Partner und regelmäßigem Sex schnitten dabei am besten ab. Je älter die Probanden waren, desto deutlicher war das Ergebnis. 

Mehr zum Thema: Was passierte, als ich ein Jahr lang jeden Tag Sex hatte

Damit bestätigten die australischen Psychologen die Ergebnisse vorheriger Studien.

Schon 2010 stellten Forscher der Claremont Universitäten aus dem US-Bundesstaat Kalifornien fest, dass regelmäßiger Sex das Zellenwachstum in der Gehirnregion Hippocampus anregt. Der Hippocampus kontrolliert Gefühle, das Gedächtnis und das Nervensystem.

Ein Drittel der Frauen hat mit 70 noch regelmäßig Sex

Fünf Jahre später befragten Forscher der Universität Manchester in England mehr als 1700 Menschen zwischen 58 und 98 Jahren. Das Ergebnis: Sexuell aktive Paare waren intelligenter.

Außerdem hatten mehr als ein Drittel aller Frauen auch nach ihrem 70. Lebensjahr noch regelmäßig Sex – bei den Männern waren es noch mehr.

2016 stellten kanadische Psychologen von der McGill Universität in einer Studie an jungen Frauen unter 30 Jahren fest, dass diejenigen, die häufiger Sex hatten, sich besonders gut abstrakte Wörter merken konnten. 

Eine Studie der englischen Universitäten Oxford und Coventry aus dem vergangenen Jahr stellte einen Zusammenhang zwischen einem aktiven Sexleben im Alter und überdurchschnittlicher Hirnfunktion her. 

Hormone sind verantwortlich

Wer im Alter häufiger Sex hat, der drücke sich besser aus, erkenne Gegenstände schneller und hätte ein besseres räumliches Einschätzungsvermögen als seine sexlosen Altersgenossen, ergab die Studie.

Die englischen Forscher machten die Hormone Dopamin und Oxytocin, die beim Sex ausgeschüttet werden, für die gedankliche Leistungssteigerung verantwortlich. 

Wie fast alle anderen, schrieben auch die Autoren der neueren australischen Studie, dass ihre Thematik weiter erforscht werden müsste. 

Doch alle Studien zusammen genommen ergeben eine deutliche Tendenz.

Sogar wenn “dumm gut fickt”, hat “klug” regelmäßigen, emotionalen Sex mit einem geliebten Partner – oft sogar bis ins hohe Alter. 

(nmi)