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29/05/2018 13:30 CEST | Aktualisiert 29/05/2018 13:31 CEST

"Promis auf Hartz IV": Costa Cordalis kommt zu Besuch – am Ende weinen alle

Zu schmerzlich ist die Erinnerung an das unbeschwerte Luxusleben auf Malle.

  • Für die Sendung “Promis auf Hartz IV” lebt ein Fürstenpaar einen Monat von Hartz IV.
  • In der aktuellen Folge bekommen die beiden Besuch von Costa Cordalis.
  • Oben im Video seht ihr, wie Hartz-IV-Empfänger in Deutschland wohnen.

Langsam reicht’s: Schon seit drei Wochen zehrt die Armut nun an den Nerven der von Sayn-Wittgensteins.

Besonders die Stimmung der Fürstin ist auf dem Tiefpunkt: “Unsere momentane Situation finde ich schlecht”, sagt sie. “Man muss sich morgens überlegen, ob man sich nur ein oder zwei Brötchen leisten kann.”

Unsere momentane Situation finde ich schlecht. Man muss sich morgens überlegen, ob man sich nur ein oder zwei Brötchen leisten kann."

Für die Sayn-Wittgensteins mögen derartige Engpässe eine ganz neue Erfahrung sein. Für vier Millionen Menschen in Deutschland sind sie bitterer Alltag. Und das oft viele Jahre lang.

Dennoch: Höchste Zeit für eine kleine Aufmunterung also – soll ja keiner sagen, die Produzenten von RTL II wären Unmenschen. 

Es klopft an der Türe. Heinz und Andrea, die eigentlich in einer 1000 Quadratmeter Villa auf Mallorca leben, bekommen Besuch von ihren dortigen Nachbarn: Schlagersänger Costa Cordalis und seinem Sohn Lukas. 

Katzen führen ein besseres Leben als Hartz-IV-Empfänger

Fürst und Fürstin geht das Herz auf. Erst recht, als sie erfahren, was die Gäste für sie im Gepäck haben: Ein Video von Siri und Mister Monk, den beiden Katzen des Paares und sein Stolz und Glück.

Klar, dass die Emotionen sich da nicht mehr zügeln lassen. Andrea bricht in Tränen aus und muss den Raum verlassen. Zu groß ist das Heimweh nach den Lieblingen. Zu schmerzlich die Erinnerung an das unbeschwerte Luxusleben. 

Screenshot RTL II
Aristocat: Ein Poster von Mister Monk darf in der Hartz-IV-Wohnung des Fürstenpaars nicht fehlen.

Lukas Cordalis will den vorübergehend armen Fürsten Trost spenden und bemerkt: “Man kann mit Sicherheit sagen, dass es den Katzen momentan besser geht als euch.”

► Irgendwie hat er recht.

Denn die aristokratischen Vierbeiner müssen sich im Gegensatz zu Heinz und Andrea – oder noch besser, im Gegensatz zu tatsächlichen Hartz-IV-Empfängern – keine Sorgen machen, wo sie ihre nächste Mahlzeit herbekommen und ob das Geld dafür reicht.  

Die Cordalis-Männer haben jedenfalls großen Respekt vor dem Fürstenpaar und dessen Mut zum Verzicht. 

“Zwei verwöhnte Babys plötzlich auf 180 gedreht, das wird der sein ganzes Leben nicht vergessen”, ist sich Vater Costa sicher.

“Wir sind stolz auf euch”, lässt Sohn Lukas die von Sayn-Wittgensteins wissen.

Hartz-IV-Empfänger bekommen keinen Keks für Tapferkeit 

Aber worauf sollte man denn da stolz sein? Dass ein reiches Ehepaar einen Monat lang Armut spielt? Sicher nicht.

Denn wie es HuffPost-Autorin Agatha Kremplewski in ihrer Analyse so treffend formuliert:

Wenn ein gut situierter, wohlhabender und in feste Strukturen eingebundener Mensch eine begrenzte Zeit lang von den Mitteln leben soll, die andere teils jahrelang als Existenzsicherung zur Verfügung stehen, wird das echte Hartz-IV-Erlebnis ausbleiben.

► Der Jobverlust und finanzielle Abstieg.

► Die soziale Isolation.

► Das Gefühl, von Ämtern kontrolliert zu werden.

► Die Perspektivlosigkeit.

Im Gegensatz zu den von Sayn-Wittgensteins ist die Armut der 4 Millionen Hartz-IV-Empfänger in Deutschland nicht gespielt.

Sie bekommen keinen Keks für ihre Tapferkeit. 

Und vor allem: Für sie endet die prekäre finanzielle Lage nicht automatisch nach vier Wochen, sondern oftmals gar nicht.

Laut einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) finden gerade mal 16 von 1000 Menschen, die länger als ein Jahr ohne Anstellung sind, wieder einen Job. 

Es wäre deshalb wünschenswert, dass sich die Sayn-Wittgensteins zur Abwechslung mal Gedanken darüber machen, was sie zu einer Verbesserung der prekären Verhältnisse, in denen viele Menschen in Deutschland leben, beitragen können.

Anstatt einfach nur über das verzichtreiche Leben eines Hartz-IV-Empfängers zu schimpfen. 

“Promis auf Hartz IV” seht ihr montags um 20.15 Uhr auf RTL II.

(jds)