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15/05/2018 10:44 CEST | Aktualisiert 15/05/2018 11:40 CEST

"Promis auf Hartz IV": Das Fürstenpaar hat den Bezug zur Realität verloren

Welcher Hartz-IV-Empfänger stand noch nicht vor dem Problem, kein passendes Anstecktuch zu seinem Designersacko zu finden?

  • Für die Sendung “Promis auf Hartz IV” leben Heinz und Andrea von Sayn-Wittgenstein einen Monat von Hartz IV.
  • In Folge 2 darf das Fürstenpaar trotzdem auf eine Preisverleihung gehen.
  • Oben im Video seht ihr, wie Hartz-IV-Empfänger in Deutschland wohnen.

Manchmal will man einfach raus aus dem gewohnten Alltag, die eigenen Grenzen austesten, das Leben einmal aus einer anderen Perspektive betrachten. 

Während die meisten Abenteuerlustigen dieses Bedürfnis mit einer Rucksacktour durch Indonesien oder einem Freiwilligendienst in Afrika stillen, hatten Andrea und Heinz von Sayn-Wittgenstein eine andere Idee: 

► Für die Dauer von vier Wochen will das Fürstenpaar von Hartz IV leben, seine Luxusvilla auf Mallorca gegen eine kleine Wohnung in Köln-Zollstock tauschen. Sie wollen erfahren, was es bedeutet, arm zu sein. 

Es ist ein Verzicht auf Zeit. Eine Art Fasten des glamourösen Lebens. 

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Fürstin Andrea vergleicht Anziehstress mit Hartz IV

Umso verwunderlicher ist es, dass sich das Paar schon in Woche 2 eine Auszeit von der gespielten Armut gönnt: Die Sayn-Wittgensteins sind auf einer Preisverleihung eingeladen. Heinz soll dort eine Laudatio halten. 

Eigentlich hatte sich Andrea sehr auf die Veranstaltung gefreut, doch die Umstände, in denen sie sich für die Gala stylen muss, verderben ihr die Laune.

Denn: wer von Hartz IV lebt, auch, wenn es nur für ein Sozialexperiment ist, kann sich keinen Friseurbesuch leisten. Andrea muss also selbst zum Glätteisen greifen – tapfer!

Zudem ist der Chauffeur schon bestellt, aber Heinz macht keinerlei Anstalten sich für den Abend herzurichten. Am Ende muss dann alles ganz schnell gehen. “Das passt zu Hartz IV: Stress, unordentlich, die Sachen schnell zusammen suchen müssen”, findet Andrea.

Klar, welcher Hartz-IV-Empfänger stand noch nicht vor dem Problem, kein passendes Anstecktuch zu seinem Designersacko zu finden?

Gut, dass sich Fürst Heinz vor dem Experiment von seinem Hofarzt noch eine Vitaminspritze verpassen hat lassen. In Situationen wie diesen braucht man gute Nerven. 

Vom Hartz-IV-Empfänger zum Millionär 

Als das Adelspaar auf der Veranstaltung einen alten Freund trifft, erzählen sie ihm ganz aufgeregt von ihren Erfahrungen mit Hartz IV. Wie das eben so ist, wenn man frisch aus dem Armuts-Urlaub zurück ist.

Es gibt Kinder, die keine warme Mahlzeit zum Essen bekommen”, berichtet Andrea, die für das Experiment eine Sozialeinrichtung für arme Kinder besucht hat.

Der Bekannte kann es nicht fassen: “Hier bei uns in Deutschland?”

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Doch anstatt sich darüber auszutauschen, was Millionäre wie sie gegen die soziale Ungleichheit in ihrem Land beitragen können, stürzen sich die Sayn-Wittgensteins und ihr Freund auf das Buffet. Es gibt Lachsfilet.

“Das ist jetzt natürlich unsere Welt, aber ich habe auch kein Problem mit der anderen Welt”, behauptet Andrea.

Ich bin glücklich, wenn wir wieder auf unserer 200 Euro Couch sitzen. Das Wichtigste ist, dass man sich mit dem Mann versteht.”

Das sagt sich natürlich leicht, wenn man weiß, dass man schon in zwei Wochen wieder in einer 1500 Quadratmeter Villa auf Mallorca leben wird. Und sich die Armutserfahrung einfach in der goldenen Dusche abwaschen kann. 

(tb)