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18/08/2018 16:56 CEST | Aktualisiert 19/08/2018 11:25 CEST

Prominenter Neonazi hetzt live im Internet – dann kommt sein Vater ins Zimmer

"Geh raus aus meinem Zimmer!"

NurPhoto via Getty Images
Neonazi Jason Kessler wurde von seinem Papa blamiert.
  • Der rechtsextreme Hetzer Jason Kessler wurde bei einem Live-Video von seinem eigenen Vater blamiert. 
  • Der teilt offensichtlich nicht die Ansichten seines Sohnes und brüllte ihn an, sein Zimmer zu verlassen. 

Er sitzt offenbar in seinem früheren Kinderzimmer und lächelt in die Kamera: Der 35-jährige Neonazi Jason Kessler will eigentlich gerade gemütlich mit seinem Freund Patrick Little in einem Live-Video über Rechtsextremismus plaudern.

Kessler war einer der Hauptorganisatoren des rechten Protestmarschs “Unite the Right Rally” in der US-Stadt Charlottesville, Virginia, bei dem es vor einem Jahr zu schweren rechtsextremen Ausschreitungen gekommen war. 

Doch bevor eine leidenschaftliche Diskussion mit Little entbrennen kann, brüllt eine wütende Stimme im Hintergrund: “Geh aus meinem Zimmer raus!” 

“Hast du einen besoffenen Mitbewohner?”, fragt sein Gesprächspartner Kessler irritiert.

“So ähnlich”, sagt der ausweichend.  

“Das war mein Vater”, gibt der Neonazi zu

“Ich will, dass das aufhört in meinem Zimmer. Das ist mein Zimmer, Jason!”, brüllt die Stimme erneut. 

“Das war mein Vater”, sagt Jason schließlich und gibt zu, dass er gerade bei seinen Eltern wohne. 

Peinlich – vor allem, weil das Video sich jetzt in den sozialen Netzwerken verbreitet. 

Das Problem sei, erklärt Kessler in dem Video, dass seine Eltern den amerikanischen History-Channel anschauen würden, für Jason “anti-deutsche Propaganda”. Deshalb seien sie nicht einverstanden mit der Haltung ihres Sohnes. 

Das zumindest ist Kesslers Interpretation. Für das “Papa-Gate” wird er jetzt im Netz ausgelacht.

Nach den Ausschreitungen in Charlottesville hatte Kessler die Diskussionen um den Rechtsextremismus heruntergespielt. Dass ein 20-Jähriger in eine Gruppe rechtsextremer Gegendemonstranten gefahren war, bezeichnete Kessler als “die Sache mit dem Auto”. 

Mehr zum Thema: Nazis und Rechtsextreme ziehen mit Fackeln durch US-Stadt Charlottesville

In seiner Autorenbeschreibung heißt es bei Amazon, Kessler habe seine Zwanziger damit verbracht, nach einer “Mission“ zu suchen, die er in dieser Welt sein eigen nennen könne.

Offenbar hat er die mittlerweile gefunden – den Rechtsextremismus stärken. Und betreibt sie vornehmlich aus Papis Zimmer.

(jg)