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29/09/2018 17:15 CEST | Aktualisiert 29/09/2018 17:22 CEST

Portugal: Wie eine Insel komplett CO2 frei werden will

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Mlenny via Getty Images
Auf der portugiesischen Insel Porto Santo soll bald sämtlicher Strom aus Solar- und Windkraft generiert werden (Symbolbild)

► Rund 5000 Menschen leben auf der Porto Santo – bald vollkomen emissionsfrei.

►  Die portugiesische Insel will es schaffen, ausschließlich Windkraft und Solarenergie zu nutzen. Außerdem sollen nur noch Elektroautos über die kleine Insel fahren.

► Das Münchner Unternehmen The Mobility House (THM) will das Projekt gemeinsam mit Renault als Test-Modell für Städte durchführen, wie das Magazin “Ingenieur.de” berichtet.

Was konkret geplant ist:

Die Bedingungen auf der Insel sind vielversprechend: Durchschnittlich zehn Sonnenstunden täglich und ein trockenes, mildes Klima – Heizung und Klimaanlagen benötigen die Bewohner selten.

Dennoch ist der Bedarf an erneuerbaren Energien hoch – oft wird Strom auf der Insel noch mit Dieselgeneratoren erzeugt. 

Deshalb sollen in drei Jahren auf Porto Santo nur noch Elektroautos fahren. Der Strom soll nur noch durch Windräder und Photovoltaik erzeugt werden.

Rund 1000 E-Autos sollen ab 2022 zur Verfügung stehen und für die Testzwecke von den Inselbewohnern kostenlos genutzt werden können.

Was ihr noch über das Projekt wissen müsst:

Das Spannende: Die Elektroautos sollen nicht nur geladen, sondern auch entladen und mit einer neuen Technologie an das lokale Stromnetz angeschlossen werden können.

Die Autos arbeiten somit “bidirektional” – spriche ihre Batterien können auch als Stromreserven genutzt werden.

Somit wollen die beteiligten Unternehmen testen, ob eine nachhaltige Energieversorgung auch ohne teuren Netzausbau möglich sein kann. 

Außerdem erhoffen sich THM und Renault einen deutlich niedrigeren Strompreis. Von mehr als 50 Cent pro Kilowattstunde für Strom aus Dieselgeneratoren könnte der Preis auf drei bis vier Cent sinken, heißt es seitens THM.